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Kompass. Die Georg-Schumann-Straße durchquert den gesamten Leipziger Nordwesten und ist eine der längsten Leipziger Hauptverkehrsstaßen. Sie führt vom Chausseehaus im Stadtteil Zentrum-Nord bis zum nordwestlich gelegenen Stadtteil Wahren mit Weiterführung über Schkeuditz nach Halle. Der Umbau der Georg-Schumann-Straße ist in fünf Bauabschnitte untergliedert, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten realisiert werden. Der aktuelle Bauabschnitt beginnt nicht ganz am östlichen Ende der Georg-Schumann-Straße (der Rest bildet einen eigenen Bauabschnitt) und endet etwa einen Kilometer weiter nordwestlich. Der Streit und sein Ergebnis. Die Planungsphase für den ersten Bauabschnitt beim Umbau der Georg-Schumann-Straße hat erstmals deutlich gezeigt, wie schwierig es ist, eine Hauptverkehrsstraße optimal umzugestalten. Der ursprünglich von der Stadtverwaltung geplante Rückbau auf insgesamt zwei statt vier Fahrspuren wurde vom Leipziger Regierungspräsidium als nicht förderfähig abgeschmettert. Schließlich müsse die Georg-Schumann-Straße noch etwa fünf Jahre lang die Funktion der Bundesstraße 6 wahrnehmen - solange bis die neue weiter nördlich verlaufende Bundesstraße 6 gebaut ist. Die Stadtverwaltung versuchte daraufhin den Paragraphenreitern entgegenzukommen und bot dem Regierungspräsidium an, in beiden Richtungen eine 5,50 Meter breite Fahrbahn neben den Gleisen einzurichten, auf denen jeweils zwei Fahrstreifen Platz hätten. Auch dies wurde abgelehnt: zu eng für eine Bundesstraße. Inzwischen wurde der Baustart immer weiter verschoben. Die Stadt befürchtete langsam, dass die Leipziger Verkehrsbetriebe anfangen, ihre Gleise zu sanieren, ohne dabei auch den restlichen Straßenraum umzugestalten. Schnellstens wurde eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Stadt, der LVB und dem Regierungspräsidium gebildet, um eine genehmigungs- und förderfähige Lösung zu finden. Die Einigung kam schließlich im Sommer 1999. Demnach sollte die Straße durchgehend je zwei Fahrspuren je Richtung und einen separaten Bahnkörper erhalten. Radwege und Parkplätze wird es vorerst nicht geben. Stattdessen ist für die Jahre 2004 / 2005 ein zweiter Umbau geplant, bei dem diese nachträglich eingerichtet werden und eine Fahrspur je Richtung aufgegeben wird. Anstatt Fördermittel zu sparen, wird nun dreimal zugelangt: zuerst beim Umbau der Georg-Schumann-Straße, dann beim Bau der neuen Bundesstraße und danach beim anschließenden Umbau der Randbereiche der Stadtbahntrasse. Sofern es dann dafür Fördermittel gibt und Stadt und LVB nicht alleine auf den Kosten sitzen bleiben.
Die Ausgangssituation. Der Bauabschnitt, um den es hier zunächst geht, befindet sich zwischen der Wiederitzscher und der Lützowstraße. Die Fahrbahn, aber vor allem die Gleise waren sehr stark abgenutzt und sanierungsbedürftig. Die an der Wiederitzscher Straße abzweigende Betriebsstrecke zur Menckestraße war ebenfalls in einem desolaten Zustand. Der Gleiskörper in der Georg-Schumann-Straße bestand aus den in der DDR üblichen Großverbundplatten aus Beton. Er wurde von den Autos mitbenutzt. Die Ampelanlagen an den Kreuzungen Breitenfelder Straße, Lindenthaler Straße und Lützowstraße waren alt und besaßen keine Möglichkeiten zur Bevorrechtigung der Straßenbahn. Deshalb kam es hier oft zu längeren Wartezeiten. Es gab weder Haltestelleninseln noch signalgesteuerte Zeitinseln. Die Fahrgäste mussten sich zwischen den vor der Ampel wartenden Fahrzeugen hindurchschlängeln, um zur Bahn zu gelangen. Es gab weder Stellplätze noch Radverkehrsanlagen oder gar Bäume. Geparkt wurde auf dem Gehweg oder auf der jeweils rechten Fahrspur.
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