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| 2001 | 15: Kuhturmstraße | Fertig |
Kompass. Die Kuhturmstraße befindet sich im Leipziger
Westen im Stadtteil Lindenau. Sie verbindet die Jahnallee mit dem
Lindenauer Markt. Neben den Straßenbahnlinien 7, 8, 13 und 15
fahren hier auch die Buslinien 130 und 131.
Die Kuhturmstraße ist Bestandteil der künftigen
Stadtbahnlinie 15. Da sie nur sehr kurz ist, musste ihr Umbau
nicht in mehrere Bauabschnitte unterteilt werden.
Ausgangssituation.
Im Leipziger Westen gab es bis zum Umbau der Kuhturmstraße eine Besonderheit:
Zwischen dem Lindenauer Markt und dem Straßenbahnhof
Angerbrücke kurvten die Bahnen in stadtwärtiger Richtung
durch die Dreilindenstraße, in der Gegenrichtung nutzten sie hingegen die
Kuhturmstraße. Beide Straßen sind sehr schmal. Besonders eng geht es in der Dreilindenstraße
zu. Die stadtwärtige Führung litt zudem darunter, dass sie etwas länger
als die Strecke durch die Kuhturmstraße war und mehr Weichen befahren werden mussten.
Selbstredend, dass sich die Wohnungen in den engen Straßenschluchten, durch
die auch noch alle drei Minuten eine Bahn fuhr, nur sehr schwer vermieten ließen.
Aufteilung am Lindenauer Markt:
links die Kuhturmstraße, rechts die Dreilindenstraße.
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Kuhturmstraße: Die Häuser rechts
bleiben stehen, die Straße wird um die Breite des linken Gebäudes aufgeweitet.
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Blick Richtung Angerbrücke: Einige Häuser auf der
linken Seite sind schon weg, weitere folgen. Das Haus hinten rechts wird ebenfalls abgerissen.
Das Wohnhaus hinten links bleibt.
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Während in der Dreilindenstraße doch schon ein beträchtlicher
Teil der Häuser saniert wurde, war in der Kuhturmstraße kaum noch etwas
zu retten. Außer einem Erotik-Shop und einem Juwelier gab es hier
schon lange keine Mieter mehr. Mehrer Häuser wurden schon vor Baubeginn abgerissen,
mit der Baumaßnahme kamen weitere Abrisse hinzu.
Der Umbau.
Schon vor Jahren kam in der Stadtverwaltung die Idee auf,
die Kuhturmstraße zweigleisig auszubauen. So sollten die
Straßenbahnen vor allem in stadtwärtiger Richtung
beschleunigt werden. Außerdem bot sich dadurch die Chance,
zumindest die Dreilindenstraße deutlich zu entlasten.
Dass man dabei um den Abriss einiger Häuser der Kuhturmstraße
nicht herumkommt, war von Anfang an klar. Schließlich musste der Anlieger-
und Anlieferverkehr irgendwie in das Viertel gelangen. Deshalb entwarfen
die Planer eine Variante, bei der auf der halben Länge der Straße
die nördliche Bebauung abgerissen werden sollte. An der Grenze
zwischen Abrissflächen und Bestand sollte eine neue Straße
auf die Kuhturmstraße einmünden, über die dann der Verkehr
zum Lindenauer Markt fließen kann. Im westlichen Abschnitt sollte
die Bebauung erhalten bleiben und die Kuhturmstraße zur Fußgängerzone
mit Straßenbahn umgebaut werden.
Die zum Abriss vorgesehenen Häuser wurden schon vor Baubeginn abgebrochen.
Doch es sollten weitere Abrisse hinzukommen.
Erneute Untersuchungen
hatten ergeben, dass es in der Fußgängerzone doch zu eng
geworden wäre, vor allem wenn noch ein Bus der Linien 130 oder 131
ins Spiel gekommen wäre. Nun sollte doch die gesamte nördliche Bebauung
abgerissen werden, einzige Ausnahme war das Mehrfamilienhaus direkt
an der Angerbrücke.
An einer Trennung der Abschnitte westlich und östlich der
neuen Verbindungsstraße wurde trotzdem festgehalten.
Vom Straßenbahnhof bis zur Verbindungsstraße
wurde ein 8 Zentimeter hoher Bahnkörper errichtet, im
westlichen Abschnitt ist er dagegen nur 4 Zentimeter hoch
und lässt eine Busmitbenutzung zu. Der Autoverkehr
fährt nun - wie bisher auch geplant - über die neue Verbindungsstraße
zum Lindenauer Markt. Mit dem Abriss der restlichen Häuser
verschob sich die Bauflucht für künftige Neubauten um
einige Meter nach Norden. Ob sich jedoch so schnell Investoren finden
werden, die die Kuhturmstraße wieder mit Leben erfüllen,
ist mehr als fraglich.
Was haben die Leipziger davon?
Profitieren werden neben den Anwohnern in der Dreilindenstraße vor allem
die Fahrgäste der Straßenbahn. Auch wenn die Fahrzeitersparnis vielleicht
nur eine Minute beträgt, entfällt die subjektiv als lang betrachtete Kurverei.
Der Abriss der nördlichen Randbebauung ist aus städtebaulicher Sicht
problematisch, da dadurch das Gebiet um die Angerbrücke noch stärker
als bisher vom Lindenauer Ortskern getrennt wird. Daher ist nur zu hoffen, dass
sich irgendwann einmal Investoren finden, die die Kuhturmstraße wieder zum
Leben erwecken.
Bauablauf.
Der Bau begann am 16. Juli 2001 und sollte bis Dezember dauern. Vom 16. Juli bis
zum 22. Oktober wurden die Straßenbahnlinien eingleisig
durch die Dreilindenstraße geführt. In dieser
Zeit wurden die neuen Gleise verlegt und die Angerbrücke
erneuert. Am 30. September begannen die Straßenbauarbeiten.
Während die Straßenbahn bereits seit dem 23. Oktober
ihre neue Trasse nutzen konnte, wurden die Fahrbahnen erst im
Dezember fertiggestellt. Der Zeitplan wurde eingehalten.
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