City-Tunnel Leipzig

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Neuigkeiten von den Baustellen:

Der City-Tunnel im Detail

Der City-Tunnel Leipzig verbindet auf einer Länge von etwa drei Kilometern die beiden Kopfbahnhöfe Hauptbahnhof und Bayerischer Bahnhof und soll künftig von S-Bahnen und Regionalzügen befahren werden. Entlang der neuen Strecke entstehen vier unterirdische Stationen: Hauptbahnhof, Markt, Wilhelm-Leuschner-Platz und Bayerischer Bahnhof. Zwischen der Shakespearestraße und der im Süden angrenzenden Strecke Stötteritz - Gaschwitz verläuft die Trasse im offenen Einschnitt. Mittendrin entsteht die neue Station Semmelweisstraße.

Damit die neue Trasse ihre Wirkung voll entfalten kann, werden fast sämtliche Strecken an den Tunnel angebunden. Lediglich die Züge aus Wurzen, Döbeln oder Bad Lausick müssen den Hauptbahnhof weiterhin oberirdisch ansteuern, es sei denn sie fahren über eine geplante Kurve von Paunsdorf nach Stötteritz und biegen dann vom Süden in den Tunnel ein. Für Diesel- und Güterzüge bleiben die Röhren aber tabu.

Um gegenseitige Behinderungen an den Tunnelenden zu vermeiden, fädeln sich die einzelnen Strecken wie an einem Autobahndreieck kreuzungsfrei ein und aus. Am Hauptbahnhof wird ein solches "Autobahndreieck" - bei der Eisenbahn heißt das Überwerfungsbauwerk - unterirdisch noch zwischen der Station und dem Auftauchbereich angelegt. Hier trennen sich die Züge in Richtung Leutzsch/Schkeuditz und Flughafen/Delitzsch und gelangen so noch vor der Parthe wieder ans Tageslicht.

Das südliche Überwerfungsbauwerk, an dem sich die Züge in Richtung Stötteritz und Gaschwitz trennen, entsteht oberirdisch in der Nähe der Richard-Lehmann-Straße.

Technische Daten

Länge des Tunnels: ca. 3900 m (inkl. Verlauf im Einschnitt)
Anzahl der Röhren: 2 Stück
Tiefe des Tunnels (Sohle): 19 .. 25 m
Durchmesser der Röhren: 9,00 m
Wandstärke der Röhren: 0,40 m
Oberbauart: Feste Fahrbahn, für Rettungsfahrzeuge befahrbar
Schallschutz am Oberbau: Masse-Feder-System
Fahrleitung: Stromschienenoberleitung
Sicherungstechnik: Elektronisches Stellwerk (konventionelle Technik)
Streckenhöchstgeschwindigkeit: 80 km/h
Minimale Zugfolgezeit: 180 s
Zugelassene Fahrzeuge: Personenzüge mit Elektro-Traktion

Netzergänzende Maßnahmen

Damit der neue City-Tunnel und das damit verbundene neue Liniennetz funktionieren kann, sind neben dem Bau des eigentlichen Tunnels sogenannte netzergänzende Maßnahmen vorgesehen:

  • Strecke Leipzig-Stötteritz - Gaschwitz: Umbau der Gütergleise zu S-Bahn-Gleisen
  • Neubau einer Verbindungskurve von Leipzig-Stötteritz nach Paunsdorf
  • Verlegung der Station Leipzig-Leutzsch an die Georg-Schwarz-Brücken
  • Neubau eines Haltepunktes an der Theresienstraße
  • städtebauliche und verkehrliche Aufwertung weiterer Haltepunkte
  • Elektrifizierung der Strecke Borna - Geithain

Die netzergänzenden Maßnahmen sind Bestandteil des Projekts und in der Finanzierungsvereinbarung bereits enthalten.

Finanzierung

Europäische Union (EFRE-Strukturfördermittel) 168,73 Mio Euro
Deutsche Bahn AG (DB Netz und DB Station & Service) 16,36 Mio Euro
Bundesmittel nach BSchwAG (Nah- und Fernverkehr) 114,54 Mio Euro
Bundesmittel nach GVFG 77,20 Mio Euro
Freistaat Sachsen und Stadt Leipzig 194,80 Mio Euro
 
Gesamtkosten 571,62 Mio Euro

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