City-Tunnel Leipzig

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Das neue Liniennetz für S-Bahnen und Regionalverkehr

Hinweis: Der folgende Text stammt aus einem L-NV-Nachrichtenbeitrag vom 9. März 2006 und ist leider nicht mehr ganz aktuell. So ist die Ausschreibung des Verkehrs im künftigen City-Tunnels bislang noch nicht erfolgt. Derzeit wird von einem neuen Termin im Frühjahr 2007 gesprochen, so dass sich auch die übrigen genannten Daten verschieben. So ist auch die Betriebsaufnahme nicht mehr für Dezember 2009, sondern für 2011 vorgesehen. Gründe für den Verzug sind die im Text erwähnten Abstimmungen zwischen dem ZVNL und den benachbarten Aufgabenträgern sowie die anscheinend noch ausstehende Zusicherung der erforderlichen Finanzmittel durch den Freistaat Sachsen. Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass sich der Umfang der Ausschreibung gegenüber den unten dargestellten Zahlen verringern wird, weil sich einzelne Streckenäste in Sachsen-Anhalt nicht aus den bis 2015 laufenden Verkehrsverträgen zwischen DB Regio und den Nachbaraufgabenträgern herauslösen lassen. Die im Text erwähnte Ausschreibung der Regionalexpress-Linie nach Cottbus läuft dagegen bereits. (23.01.2007)


Geplantes S-Bahn-Netz ab Dezember 2011
(Stand: 02/2006; Änderungen möglich)
Grafik: Martin Böttcher
Der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) will bis zum Sommer 2006 den Betrieb der S-Bahn-Linien im künftigen City-Tunnel ausschreiben. Mit einem Auftragsvolumen von knapp 2,5 Milliarden Euro wird es das bisher größte Ausschreibungsverfahren in Deutschland und zugleich eines der kompliziertesten.

Von den 11,2 Millionen Zugkilometern, die augeschrieben werden, entfallen nämlich "nur" 7,4 Millionen auf das ZVNL-Gebiet. Für die übrigen Leistungen sind sechs benachbarte Aufgabenträger aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg zuständig, die mit ins Boot geholt werden müssen. Die Gespräche dazu laufen bereits. "Derzeit verhandeln wir mit Sachsen-Anhalt über die S-Bahn-Linie nach Halle", sagt ZVNL-Geschäftsführer Andreas Glowienka. "Dort müssen wir uns noch über den Takt und die Anzahl der Zugpaare einig werden". Gleichzeitig gebe es Abstimmungen mit Thüringen über das Angebot nach Altenburg. Auch der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg ist mit im Spiel. Er bereitet nun die Ausschreibung der Regionalexpress-Linie nach Cottbus vor, welche betrieblich eng mit dem Leipziger S-Bahn-Netz verzahnt sein wird.

In Anbetracht der Vielzahl offener Fragen ist der vom ZVNL geplante Ausschreibungstermin im Mai dieses Jahres sehr ehrgeizig gewählt. Realistischer ist wohl eher der Sommer. Doch auch dann dauert es noch eine Weile, bis der neue Betreiber endgültig feststeht. Der ZVNL rechnet damit, dass die Angote von fünf bis zehn Bewerbern gesichtet werden müssen. Bisher haben neben der Deutschen Bahn bereits Abellio, Connex, die Hamburger Hochbahn und Rhenus-Keolis angeklopft. Auch die Staatsbahnen der Niederlande und Dänemarks scheinen interessiert. Da bei einem solchen Großauftrag mit harten Bandagen gekämpft wird, rechnet Glowienka damit, dass es zu einer Vergabe-Nachprüfung beim Regierungspräsidium kommt. In diesem Fall würde der neue Betreiber frühestens 18 Monate nach Ausschreibungsbeginn, bestenfalls also im Sommer 2007, feststehen. Es kann jedoch auch passieren, dass sich ein Rechtsstreit bis zum Oberlandesgericht hinzieht.

Stadler Flirt
Mögliches Fahrzeug für die Leipziger S-Bahn: der "FLIRT".
Foto: Stadler
Bombardier E-Talent
Mögliches Fahrzeug für die Leipziger S-Bahn:
der elektrische "Talent". Foto: Bombardier
Dabei drängt eigentlich die Zeit. Der künftige Betreiber muss bis Ende 2009 nicht nur Lokführer und Zugbegleiter einstellen, sondern auch die Verwaltung aufbauen, eine Werkstatt errichten und Fahrzeuge anschaffen. Letzteres dürfte sich am längsten hinziehen; dabei ist die Fahrzeugfrage ohnehin ein heißes Eisen. "Die Politik drängt uns massiv, neue Doppelstockwagen im Tunnel einzusetzen", sagt Glowienka. Die Staatsregierung erhoffe sich dadurch einen weiteren Großauftrag für das Bombardier-Werk in Görlitz. Doch die Doppelstockwagen sind bei Verkehrsexperten äußerst umstritten: Mit ihren wenigen Einstiegen würde der Fahrgastwechsel in den Tunnelstationen so lange dauern, dass der geplante Fünf-Minuten-Takt auf der Stammstrecke ins Wanken geriete. Der Zweckverband favorisiert in seiner Ausschreibung daher einstöckige Fahrzeuge mit vielen Türen. Neben dem "Flirt" von Stadler und dem elektrischen "Talent" von Bombardier käme auch der "Desiro Mainline" von Siemens in Frage. Insgesamt sollen 45 Züge angeschafft werden. Ob diese Fahrzeuge dann vom Freistaat gefördert werden, ist noch nicht geklärt.

Die Züge, die auch künftig noch die oberirdischen Gleise des Hauptbahnhofs ansteuern, sind von der Ausschreibung nicht betroffen. Doch auch für diese Linien soll nun rechtliche Klarheit geschaffen werden. So möchte der ZVNL noch in der ersten Hälfte dieses Jahres einen Verkehrsvertrag mit DB Regio abschließen. Dieser Vertrag soll neben den zu fahrenden Leistungen auch Qualitätsanforderungen an Pünktlichkeit, Fahrzeugzustand und Kundenservice festlegen und damit den derzeitigen Schwebezustand beenden. Der Vertrag gilt zunächst für alle Linien, die derzeit von der DB Regio gefahren werden. Sobald jedoch die Verkehrsverträge der benachbarten Aufgabenträger auslaufen, werden die Linien nach und nach aus dem Vertrag herausgelöst, damit sie ausgeschrieben werden können. Bis 2015 sollen dann alle Linien im Wettbewerb vergeben sein.

Text: Martin Böttcher (erschienen am 09.03.2006 unter "Aktuelles")
Fotos: Stadler, Bombardier; Grafik: Martin Böttcher

Fakten zur Ausschreibung:

Ausschreibung:frühestens im Mai 2006
Vertragsbeginn:vsl. Dezember 2009
Vertragslaufzeit:15 Jahre (Option auf Verlängerung um 7 Jahre)
Zugkilometer:11,2 Millionen, davon 7,4 Millionen im ZVNL-Gebiet
Auftragsvolumen:ca. 2,5 Milliarden Euro
Beteiligte Aufgabenträger:ZVNL (Leipzig), NASA (Sachsen-Anhalt), VBB (Brandenburg), ZVOE (Dresden), ZVMS (Chemnitz), ZVV (Vogtland), NVS (Thüringen)
Liniennetz:
(Planungsstand)
S1: Leipzig Miltitzer Allee - City-Tunnel - Stötteritz - Wurzen
S2: (Dessau/Wittenberg) - Bitterfeld - City-Tunnel - Markkleeberg - Gaschwitz
S3: Halle/Saale - Schkeuditz - City-Tunnel - Stötteritz - Wurzen
S4: Falkenberg - Taucha - City-Tunnel - Markkleeberg - Borna - Geithain
S5: Halle/Saale - Flughafen Leipzig/Halle - City-Tunnel - Markkleeberg - Altenburg - (Zwickau)
Taktdichte- die S-Bahn-Linien verkehren im 30-Minuten-Takt, S1 und S3 vsl. im 20-Minuten-Takt
- im City-Tunnel ergibt sich etwa ein 5-Minuten-Takt
- hinter Bitterfeld, Taucha, Borna und Altenburg wird nur ein Stundentakt geboten


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Fernverkehr

Der City-Tunnel kann auch von Fernverkehrszügen befahren werden. Die Berechnungen zur Leistungsfähigkeit haben ergeben, dass ein Fernzug je Stunde und Richtung problemlos einzutakten ist. Damit dieser auch halten kann, erhält die Station Hauptbahnhof mit 215 Metern den längsten Bahnsteig des Tunnels. Das reicht für die meisten Züge aus. Optional ist auch eine Verlängerung auf 400 Meter möglich, so dass sogar die längsten ICEs Platz finden. Ob diese Möglichkeit jemals genutzt wird, ist jedoch mehr als fraglich, da es bereits heute keinen Fernverkehr mehr in Richtung Süden gibt.

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