JahrLinie: MaßnahmeStatus
199916: Rudolf-Breitscheid-StraßeFertig

Die Rudolf-Breitscheid-Straße ist ein Teil der geplanten Stadtbahnlinien 16 Neue Messe - Lößnig sowie 11 Schkeuditz - Dölitz, die bis 2006 komplett umgebaut sein sollen. Dabei soll nicht nur ein besonderer Bahnkörper entstehen, sondern gleich der gesamte Straßenraum umgestaltet und somit verschönert werden. Dazu gehören neben neuem Straßenbelag, Fuß- und Radwegen und Haltestellenanlagen auch neue Bäume, Laternen und vieles mehr.

Da die Rudolf-Breitscheid-Straße nicht sehr lang ist, musste sie nicht in einzelne Bauabschnitte unterteilt werden. Sie beginnt an der Westseite des Hauptbahnhofs und führt bis zum Erich-Weinert-Platz. Die Rudolf-Breitscheid-Straße wird von den Linien 1, 11, 16, 21 und 28 befahren.

Analyse vor Baubeginn. Die Rudolf-Breitscheid-Straße ist eine vom Individualverkehr relativ schwach befahrene Einbahnstraße mit Fahrtrichtung Hauptbahnhof. Die Straßenbahn konnte die Strecke bereits vor dem Umbau ohne größere Behinderungen passieren. Allerdings machte die Straße einen sehr unordentlichen Eindruck, es gab Schäden im Gleisbereich und einige Langsamfahrstellen. Besonders bemerkenswert ist die Straßenbahnabstellanlage, die sich parallel zu den Gleisen befindet sowie die Haltestelle Hauptbahnhof Westseite, an der die Gleise östlich vorbei zum Hauptbahnhofsvorplatz führen. Die Gleise im Haltestellenbereich Hauptbahnhof Westseite gehörten nicht zum Baubereich.

Westlich der Rudolf-Breitscheid-Straße befinden sich mehrere Gebäude, die vor allem Hotels und Gastronomie beherbergen (z.B. Vier Jahreszeiten, Holiday Inn und das ehemalige Astoria). Auf der Ostseite befindet sich die Straßenbahnabstellanlage, die Zufahrt zum Hauptbahnhof Parkhaus, eine Gleisschleife sowie weiter nördlich auch zwei einzelne Häuser. Im Bereich der Abstellanlage wird die Straße von einer mehrere Meter hohen Mauer begrenzt.

Die Rudolf-Breitscheid-Straße führt über eine Parthenbrücke und quert die relativ stark befahrene Berliner Straße. Am Erich-Weinert-Platz bedienen die Linien 1 und 21 ihre Haltestelle in der Erich-Weinert-Straße, die Linien 11, 16 und 28 halten an der bereits vor Baubeginn stadtbahngerecht umgestalteten Haltestelle in der nach Süden verlängerten Michaelisstraße.

Die Bahn fuhr auf der gesamten Länge der Rudolf-Breitscheid-Straße (außer im Bereich der Zufahrt zum Hbf-Parkhaus) auf straßenbündigem Bahnkörper. Die Gleisquerung an der Ausfahrt des Hbf-Parkhauses war und ist durch Andreaskreuze gesichert, an der Berliner Straße befindet sich eine Lichtsignalanlage, die den Bahnen bereits jetzt eine absolute Bevorrechtigung einräumt.

Rudolf-Breitscheid-Straße nach dem Umbau.
Foto: Martin Böttcher

Der Umbau. Seit dem Umbau fährt die Straßenbahn auf einem gepflasterten Bahnkörper in Seitenlage (östlich) durch die Rudolf-Breitscheid-Straße. Westlich davon blieb Platz für eine Asphaltfahrbahn in Richtung Hauptbahnhof und für Parkplätze. Östlich des Bahnkörpers wurde ein Rad- und Fußweg angelegt. Die Straßenbahnabstellanlage wurde teilweise erneuert werden. Die Parthenbrücke wurde saniert und die Haltestelle in der Erich-Weinert-Straße erhielt für jede Richtung ein Haltestellenkap. Die Erich-Weinert-Straße selbst wurde verkehrsberuhigt. In der Rudolf-Breitscheid-Straße wurde in Höhe der Freifläche nordöstlich des Knotenpunkts Berliner Straße eine Querungsmöglichkeit für PKW eingerichtet, da dort kurzfristig ein Parkplatz und später ein Gebäude mit Tiefgarage errichtet werden soll. Die zweigleisige Betriebskurve am Erich-Weinert-Platz blieb erhalten und wurde neu ausgerichtet.

Bauablauf: Die Bauarbeiten haben am 26. April 1999 begonnen und dauerten bis Mitte November 1999 an. Zunächst wurden Leitungen verlegt. Nachdem am 6. Juni 1999 das landwärtige Gleis gesperrt wurde, wurde die östliche Hälfte der Parthenbrücke erneuert. Die Linien 1 und 21 nutzten bis zum 8. August 1999 das stadtwärtige Gleis in Gleiswechseltechnologie. Die Linien 11, 16 und 28 wurden über die Pfaffendorfer Straße umgeleitet. In der Zwischenzeit wurde das neue landwärtige Gleis verlegt. Vom 9. bis 15. August fuhren die Linien 1 und 21 ab Hauptbahnhof Westseite mit Umleitung über Goedelerring, Pfaffendorferstr., Michaelisstraße, Chausseehaus und Delitzscher Straße. Dabei wurde in der provisorisch wiedereröffneten Schleife Rudolf-Breitscheid-Straße gedreht und alle vier Gleise der Haltestelle Goerdelerring befahren. Die Sperrung wurde genutzt, um die Überfahrt der Berliner Straße und einige Gleiskonstruktionen am Erich-Weinert-Platz zu erneuern.

Vom 16. bis 25. August verkehrten die Linien 1 und 21 gleich über die Pfaffendorfer Straße und konnten daher den Goerdelerring und den Hauptbahnhof nicht bedienen. Während dieser Umleitung wurden in der Rudolf-Breitscheid-Straße die Kreuzung mit der Schleifenausfahrt und die Aufteilung Hauptbahnhof Westseite / Hauptbahnhofsvorplatz sowie die Überfahrt zum Parkhaus erneuert. Nachdem die Oberleitung neu ausgerichtet wurde, konnte ab dem 25. August das neugebaute landwärtige Gleis genutzt werden. Danach wurde die andere Hälfte der Parhenbrücke erneuert und das stadtwärtige Gleis verlegt. Im Gegensatz zum asphaltierten landwärtigen Gleis, wurde dieses gepflastert. In dieser Zeit konnten auch die Gleiskonstruktionen am Erich-Weinert-Platz fertiggestellt werden. Vom 5. bis 7. November wurde die Endweiche für den eingleisigen Abschnitt entfernt. Seit dem 8. November kann die Rudolf-Breitscheid-Straße wieder in beiden Richtungen befahren werden. Die Umleitung für die Linien 11, 16 und 28 ist damit beendet. Bis zum 11. November wurde der Kreuzgleiswechsel in der Erich-Weinert-Straße ausgebaut. Bis dahin mussten die Linien 1 und 21 über die Delitzscher Straße umgeleitet werden. Nachdem anschließend noch Teile der Fahrbahnen erneuert worden sind, konnte die Baumaßnahme abgeschlossen werden.

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