JahrLinie: MaßnahmeStatus
200116: Bayrischer PlatzFertig

Kompass. Der Bayrische Platz befindet sich im Südosten des Leipziger Stadtzentrums. In den Verkehrsknotenpunkt münden die Arthur-Hoffmann-Straße aus der Leipziger Südvorstadt, die Philipp-Rosenthal-Straße vom Alten Messegelände, die Nürnberger Straße aus dem östlichen Bereich der Innenstadt und die Windmühlenstraße vom Promenadenring. Neben der Stadtbahnlinie 16 halten hier auch die Bahnen der Linien 2 und 9 sowie die Buslinie 60.

Der Umbau. Die Haltestelle Bayrischer Platz gehört zu den moderneren in Leipzig. Bereits 1995 wurde sie umgebaut, bekam neue Unterstände und Hochbahnsteige. Im Jahr 2001 sind die Bagger wieder angerückt. Diesmal ging es aber weniger um den Haltestellenbereich, sondern um den gesamten Knotenpunkt.

Die Philipp-Rosenthal-Straße wurde abgehängt (rechts).
Grafik: Stadt Leipzig
Vor dem Umbau mündete die Straße des 18. Oktober in die Philipp-Rosenthal-Straße und diese wiederum in den Bayrischen Platz. Um die Philipp-Rosenthal-Straße und damit auch die Stadtbahnlinie 16 vom Autoverkehr zu entlasten, sollte die Straße vom Bayrischen Platz abgehängt werden. Die Planer sahen vor, die Autos direkt auf die Straße des 18. Oktober zu lenken. Das Einfahren in die Philipp-Rosenthal-Straße bleibt so den Bahnen und Bussen vorbehalten.

Um diese Trennung baulich zu erreichen, musste der gesamte südöstliche Knotenarm umgebaut werden. Dabei wurde auch in das Gelände des Bayerischen Bahnhofs eingegriffen. Während vor dem Umbau die Straße des 18. Oktober von der Rosenthalstraße abzweigte, sieht es nun genau umgekehrt aus. Jetzt zweigt die Straßenbahn in ihre Philipp-Rosenthal-Straße ab und quert dabei sogar eine neu geschaffene kleine Fußgängerzone.

Die Haltestelle in der Windmühlenstraße.

Über diese Grünfläche führt nun die Straße des 18. Oktober direkt zur Kreuzung. Hier sollte eigentlich auch die neue stadtwärtige Haltestelle entstehen.
Neue Haltestellen. Ursprünglich sollten jeweils zwei gegenüberliegende Haltestelleninseln im östlichen und südlichen Knotenarm entstehen (siehe Grafik). Somit sollten die Umsteigewege zur künftigen unterirdischen S-Bahn-Station am Bayerischen Bahnhof verkürzt werden. Bis diese in Betrieb genommen würde, wollte man die alte Haltestellenanlage in der Windmühlenstraße weiter bedienen und an den neuen Haltestellen durchfahren.

Doch das erwies sich als "nicht förderfähig". Was einmal gebaut wird, müsse auch sofort in Betrieb genommen werden, sonst drohten Fördermittelrückzahlungen. Auch ein Freihalten der Flächen für einen späteren Haltestellenbau wäre aus ähnlichen Gründen nicht möglich.

Daraufhin einigten sich die Planer zunächst darauf, alle Haltestellen jeweils vor der Ampel zu errichten. Die landwärtige Haltestelle wäre also dort verblieben wo sie ist, während in stadtwärtiger Richtung bereits die neuen Haltestelleninseln entstanden wären. Für einen Teil der Fahrgäste hätte das längere Wege bedeutet, obwohl der Nutzen der neuen Haltestellen sich erst mit Fertigstellung des City-Tunnels gezeigt hätte. Offensichtlich ist dann zwischen den Streithähnen doch noch Vernunft eingekehrt: Die Haltestellen blieben, wo sie sind. An der Stelle der geplanten neuen Haltestelleninseln wurden Flächen freigehalten, die mit Fertigstellung des City-Tunnels zu richtigen Haltestellen umgebaut werden können.

Was haben die Leipziger davon? In der Philipp-Rosenthal-Straße fahren jetzt deutlich weniger Autos, da sie den öffentlichen Verkehrsmitteln und den Anwohnern vorbehalten bleibt. Anders als ursprünglich geplant, ist der Durchgangsverkehr jedoch bereits ab der Kreuzung mit der Johannisallee wieder möglich. Weiterer Pluspunkt ist die nunmehr staufreie Fahrt für alle Verkehrsmittel. Allerdings beeinträchtigt der vierspurige Ausbau der Straße des 18. Oktober das angrenzende Wohngebiet.

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