Archiv - November 1997




Bald bargeldlos Fahrscheine kaufen

Die Leipziger Verkehrsbetriebe wollen in der ersten Februarwoche 1998 ihre Fahrkartenautomaten so umrüsten, dass dann auch mit dem Bargeld-Chip auf den Karten von verschiedenen Kreditinstituten bezahlt werden kann. Später sollen solche Automaten auch in den Fahrzeugen installiert werden.
In anderen Städten geht man inzwischen wieder aus den Fahrzeugen heraus. So werden Automaten und Entwerter nur noch an den Haltestellen aufgestellt. Man erhofft sich, so den Fahrgastwechsel zu beschleunigen. Ob der Fahrer dann aber wartet, wenn ein Fahrgast herangesprintet kommt, sich schnell an der Haltestelle einen Fahrschein kauft und diesen auch gleich dort entwertet, ist nicht so sicher. Zeit gespart hätte man in diesem Fall nicht.

28.11.97

Finanzstreit zwischen LVB und Landkreis eskaliert

(LVZ) Aufgrund der ausbleibenden Zahlungen des Landkreises haben die Leipziger Verkehrsbetriebe angkündigt, ihr Angebot im Leipziger Land drastisch zu reduzieren. Genaueres wurde dazu aber noch nicht gesagt. Auf diese Ankündigung gab es unterschiedliche Reaktionen. Die PDS kritisierte das Vorhaben und forderte Stadt und Land dazu auf, gemeinsam die Probleme im Interesse der Bürger erklären.
Der Bürgermeister von Engelsdorf hingegen meinte, er würde nur darauf warten, dass die LVB ihre Linien einschränken. Dann könnte er sein neues Konzept umsetzen, das er eigentlich den LVB anbieten wollte. Jetzt will er sich ein anderes Verkehrsunternehmen suchen, das, wie er denkt, die Strecke wahrscheinlich sogar preiswerter als die LVB anbieten könnte.

07.01.98: Konflikt um Zuschüsse für ÖPNV im Landkreis entschärft

28.11.97

NGT8 erhalten größere Aufstellfläche

Seit Oktober werden an allen NGT8 zwei Sitzbänke im Bereich der Tür 4 demontiert. Dadurch erhält man eine größere Aufstellfläche, was den Fahrgastwechsel an den Haltestellen beschleunigt. Diese Variante wurde in den letzten Monaten beim Tw 1135 getestet. Der Vorschlag kam von einem Verkehrskunden der Leipziger Verkehrsbetriebe. Das ist schon die zweite Änderung, die an der Bestuhlung des NGT8 vorgenommen wird. Wenige Monate nach der ersten Lieferung der NGT8 wurden die Klappsitze (2 x 2 vis-à-vis) entfernt und damit eine Vorbehaltsfläche für Kinderwagen und Rollstuhlfahrer geschaffen. Einige Fahrgäste hielten es nämlich nicht für nötig, von den Sitzen aufzustehen und sie hochzuklappen, wenn jemand mit einem Kinderwagen kam.

23.11.97

Neue Zwickauer Straße - Die Bauabschnitte

Das neue Großprojekt der Leipziger Verkehrsbetriebe ist der Bau der neuen Zwickauer Straße. Die Linie 16 soll einmal im Südabschnitt am Bayrischen Platz geradeaus über die Philipp-Rosenthal-Straße - Semmelweisstraße - Zwickauer Straße nach Lößnig fahren. Dadurch soll die Arthur-Hoffmann-Straße, durch die die Linie 16 zur Zeit noch nach Lößnig fährt, "entlastet" werden. Die Linie 16 wird dadurch gleichzeitig beschleunigt, da die Strecke - wie schon im Nordabschnitt zur Neuen Messe geschehen - mit separatem Gleiskörper (Rasengleis) und mit beeinflussbaren Lichtsignalanlagen ausgerüstet wird. Die Bahnen können sich dann ihre Strecke freischalten.

Das Projekt besteht aus sechs Bauabschnitten und soll im Frühjahr 2000 fertiggestellt sein. Zwischen der Richard-Lehmann-Straße und dem Triftweg muss eine neue Brücke über die Eisenbahnschienen gebaut werden. Zur Zeit existiert dort nur eine Fußgängerbrücke. Gebaut wird zwar noch nicht an der Brücke, aber schon seit September in der Semmelweisstraße und zwischen der Fußgängerbrücke. und der Richard-Lehmann-Straße. Außerdem wird gerade die Messehalle 20 abgerissen, da sie der Trasse im Weg steht.

Es werden aber nicht nur Straßenbahngleise verlegt, sondern es entstehen auch zwei Fahrspuren für Autos, weshalb schon mehrere Umweltschutzorganisationen protestierten. Die Planer begründen ihre Entscheidung damit, dass dadurch das alte Messegelände besser erschlossen würde und damit mehr Investoren anlockt. Der ÖPNV wird während der Baumaßnahmen übrigens nicht behindert, da es sich um einen Streckenneubau handelt. Nur beim Anschließen an das bestehende Netz wird es zu Umleitungen kommen.

Messehalle 20 am 02.10.97 Bauabschnitt 3 am 02.10.97
Fotos: Martin BöttcherBlick in Richtung DB-Brücke (Süden)

Die Bauabschnitte:

  • Bauabschnitt 1:
    Philipp-Rosenthal-Straße bis Altes Messegelände Westeingang
    September 1997 bis III. Quartal 1998
  • Bauabschnitt 2:
    Altes Messegelände Westeingang bis Richard-Lehmann-Str.
    II. Quartal 1998 bis II. Quartal 1999
  • Bauabschnitt 3:
    Richard-Lehmann-Straße bis DB-Brücke
    September 1997 bis II. Quartal 1998
  • Bauabschnitt 4:
    DB-Brücke
    III. Quartal 1998 bis I. Quartal 2000
  • Bauabschnitt 5:
    DB-Brücke bis Arno-Nitzsche-Straße
    IV. Quartal 1998 bis II. Quartal 1999
  • Bauabschnitt 6:
    Arno-Nitzsche-Straße bis Haltestelle Triftweg
    IV. Quartal 1998 bis II. Quartal 1999

22.09.97: Baubeginn an der neuen Zwickauer Straße


23.11.97

Mit "Rumba-Lotte" auf Stadtrundfahrt

Rumba-Lotte Tw 1332 / Ph.-Rosenthal-Straße

Die Stadtrundfahrten mit dem "Offenen Leipziger" im Sommer wurden begeistert angenommen. Seit dem 12. Juli hatten so über 900 Gäste unsere Stadt aus einer etwas anderen Perspektive heraus kennengelernt. Doch auch jetzt in der kalten Jahreszeit muss niemand auf dieses Erlebnis verzichten. Der Gotha-Wagen "Rumba-Lotte" hat den Offenen Leipziger abgelöst. Allerdings fährt Rumbo-Lotte nicht mehr auf sechs, sondern nur noch auf drei Routen. Schließlich wird es ja auch früher dunkel. Abfahrt ist immer noch samstags an der Haltestelle "Thomaskirche".

  • 12.00 Uhr: Route 1 "Auf den Spuren der Gründerzeit" führt in den Leipziger Südosten bis zum alten Messegelände.
  • 13.00 Uhr: Route 2 "Auf den Spuren Napoleons" erzält über die Geschichte der Völkerschlacht und führt zum gleichnamigen Denkmal.
  • 14.00 Uhr: Route 3 "Vom Barock-Garten zur Weltausstellung" führt am Zoo vorbei durchs Rosental zum Schillerhaus nach Plagwitz.

Die Fahrt dauert jeweils zirka eine Stunde. Unter der Telefonnummer 0341 / 7 10 42 80 kann man sich bei den Leipziger Verkehrsbetrieben eine Fahrkarte sichern.

Ältere Berichte zum Thema:

23.11.97

Straßenbahnhof Reudnitz geschlossen

Straßenbahnhof Reudnitz, C-Halle

Schon seit dem 29. Juli 1997 ist die Schließung des Straßenbahnhofs Reudnitz beschlossene Sache. Seit dem 5. Oktober werden in Leipzigs ältestem Straßenbahnhof nur noch Fahrzeuge abgestellt, die nicht mehr für den Linienverkehr vorgesehen sind. Später soll auch die Abstellanlage stillgelegt werden. Die Wendeschleife soll aber für den Fahrabschnitt Bf. Paunsdorf-Mockau / Schönefeld erhalten bleiben. Die Bahnen und das Verwaltungspersonal werden größtenteils in den Straßenbahnhof Paunsdorf umziehen. Er soll noch umgebaut und erweitert werden. Reudnitz war im Jahre 1872 der erste Betriebshof der Leipziger Pferdebahn.

23.11.97

Zwei Straßenbahnen fuhren aufeinander

Am Nachmittag des 13.11.97 fuhren in der Karl-Liebknecht-Straße Höhe Richard-Lehmann-Straße zwei Bahnen aufeinander. Dabei sind zwei Personen leicht verletzt worden. Gegen 15.15 Uhr stieß der Fahrer der Linie 11 gegen einen vor ihm in der Haltestelle stehenden Wagen der Linie 28. Bei der Linie 28 handelte es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen NGT8, die Linie 11 wird ein T4D-Großzug gewesen sein. Für diese Angaben gebe ich keine Garantie.
Die Wagen standen in stadtwärtiger Richtung. Für etwa 45 Minuten konnten auf dieser Strecke keine Bahnen fahren. Die betroffenen Linien wurden über Wiedebachplatz, Arthur-Hoffmann-Straße umgeleitet.

14.11.97

Landkreis will für LVB weniger zahlen

(LVZ) Der Landkreis Leipziger Land will als Gesellschafter der Leipziger Verkehrsbetriebe seinen Beitrag auf 7,5 Millonen Mark jährlich senken. Die LVB haben berechnet, dass damit nur noch 45 Prozent der Leistungen, die sie im Landkreis erbringen, bezahlt werden. Von möglichen Konsequenzen will noch niemand reden, die Leipziger Verkehrsbetriebe errechnen derzeit die Auswirkungen. Alles weitere zu klären, sei Sache der Gesellschafter. Ende November tagt der Aufsichtsrat.

Der Landkreis ist mit 17 Prozent, die Stadt Leipzig mit 83 Prozent an den LVB beteiligt. Diese fordern vom Landkreis rund 20 Millionen Mark im Jahr, als prozentualen Ausgleich für die Verluste und Beteiligungen an Investitionen. Gezahlt wurde aber jeweils nur knapp die Hälfte. Der Kreis-Finanzdezernent sagte, dass der Landkreis einfach nicht mehr Geld hätte. Leipzigs Finanzderzenent Peter Kaminski: "Dann muss der Kreistag entscheiden, welche Strecken er behalten will und welche nicht." Er habe die LVB gebeten, dem Kreis mitzuteilen, was für 7,5 Millionen Mark noch gefahren werden könne.

Intern wird auch überlegt, küfntig eventuell gekürzte Strecken auszuschreiben und an private Anbieter zu vergeben. Bis Ende März sollen zudem Ergebnisse einer Studie vorliegen, die das Sächsische Staatsministerium für Finanzen angeregt hat. Darin wird untersucht, ob in der Region zu viel Personennahverkehr angeboten wird.

Neuester Artikel zum Thema:
07.01.98: Konflikt um Zuschüsse für ÖPNV im Landkreis entschärft
13.11.97

Straßenbahn-Design wird vereinheitlicht

Die Leipziger Verkehrsbetriebe wollen nun endlich für ein einheitliches Farb-Design bei ihren Fahrzeugen sorgen. Zur Zeit hat jeder Fahrzeugtyp seine eigene Farbgebung. Siehe: Fahrzeugtypen Das soll sich jetzt ändern. Alle Fahrzeuge werden demnächst in Melonengelb-Blau gehalten sein, wie es auch beim NGT8 und bei den neuen Bussen üblich ist. Die LVB haben die Wahl vorerst ihrem Personal überlassen. Der Betriebszeitung "Triebwagen" vom Oktober '97 lag ein Umfragebogen bei, wo man sich für eine von vier möglichen Varianten entscheiden soll. Die meistgewählte Variante erhält den Zuschlag.
Als Beispiele wurden übrigens Traktionen von T4D-M mit dem möglichen NGT8-Nachfolger gezeichnet, dessen Produktion ja nicht so sicher ist.

14.03.98: Schon mehrere Tatra-Wagen in neuer Farbgebung

09.11.97

Videokameras in Straßenbahnen?

Der Rundfunksender Radio PSR berichtete am 06.11.97, dass im nächsten Jahr ein bereits fertig geplantes Sicherheitskonzept für die Benutzer der Straßenbahn umgesetzt werden soll. Demnach sollen in einigen Straßenbahnen Videokameras installiert werden. Außerdem soll es der Polizei und dem Ordnungsamt ermöglicht werden, in der Straßenbahn auf Streife zu gehen.

07.11.97

Brutaler Überfall in Straßenbahn

Am 05.11.97 überfiel gegen 20.45 Uhr ein rechtsradikaler Schlägertupp ein 16-jähriges Mädchen in einer Bahn der Linie 15. Sie störten sich offenbar an der grellen Haarfarbe des Mädchens. An der Haltestelle Grünauer Allee riss einer der Täter dem Mädchen das Basecap vom Kopf und warf es aus dem offenen Straßenbahnfenster. An der Haltestelle Kiewer Straße stiegen sie zunächst aus, einer kam aber zurück und versuchte dem Opfer ins Gesicht zu treten. Als dies misslang, schlug er mit der Faust zu. Dabei zersprang die Zahnspange des Mädchens und zerschnitt ihr die Wange. Die Täter konnten wenig später durch die herbeigerufene Polizei gestellt werden. Der 18-jährige Schläger hatte 2,63 Promille Alkohol im Blut.

07.11.97

PKW raste in Straßenbahn

Zu einem schweren Verkehrsunfall kam es am 5.11.97 an der Kreuzung An der Tabaksmühle / Richard-Lehmann-Straße. Ein 25-jähriger Mann kam mit seinem Wagen aus Richtung Prager Straße, missachtete das Andreaskreuz und raste fast ungebremst in die ihm entgegenkommende, abbiegende Bahn der Linie 22. Bei dem Aufprall flog der Mann durch die Windschutzscheibe und wurde gegen die Straßenbahn geschleudert. Das Auto wurde völlig zerstört, die Fahrgäste kamen mit dem Schrecken davon.

06.11.97

Unfälle und Havarien am 4.11.

Mehrere Unfälle und Havarien brachten am 4.11.97 den Fahrplan durcheinander. Wie inzwischen schon üblich wurde auch an diesem Tag die Oberleitung der Straßenbahn durch einen nicht eingefahrenen Ladekran heruntergerissen. Gegen 8.45 wollte der Fahrer einer Leipziger Recyclingfirma die Stadtbahntrasse der Linie 16 in der Delitzscher Straße in Höhe des Klinikums St. Georg überqueren. Dabei blieb der Kranarm an der Oberleitung hängen. Es entstand ein Schaden von über 10 000 Mark. Bis 11 Uhr konnten keine Bahnen zwischen Eutritzsch und Neuer Messe fahren.
Auch in der Friedrich-Ebert-Straße ging nichts mehr, da eine Bahn der Linie 5 in Höhe Reichelstraße mit einem PKW zusammengestoßen war. Die Linien 5 und 13 mussten deshalb ab Karl-Tauchnitz-Straße über Goerdelerring, Jahnallee umgeleitet werden. Was man mit der Linie 8 gemacht hat, ist uns nicht bekannt.
Auch in der Könnritzstraße hat es gekracht. Ein PKW wollte wenden, "übersah" dabei eine stadtwärts fahrende Bahn der Linie 1 und prallte mit ihr in Höhe Holbeinstraße zusammen. Die Strecke musste von 11.15 Uhr bis kurz vor 12 Uhr gesperrt werden. Umleitungen sind aufgrund der 2-jährigen Bauarbeiten an der König-Johann-Brücke nicht möglich gewesen.

05.11.97

Nach Fußballspiel Wagen zerstört

Über 10 000 Mark Schaden richteten Rowdies nach dem Fußballspiel VfB Leipzig gegen St. Pauli an einem Straßenbahnzug an. Sie zerschlugen die Scheiben aller drei Wagen des T4D-Großzugs, rissen Sitze heraus und "demontierten" die Lampenschalen. Außerdem wurde eine Wartehalle an der Haltestelle Friedhofsweg in Brand gesetzt. Die Polizei war zu diesem Zeitpunkt damit beschäftigt, am Bruno-Plache-Stadtion Busse mit Hamburger Fans vor VfB-Anhängern zu schützen. Die Vandalen konnten natürlich nicht gefasst werden.
Solche oder ähnliche Probleme gibt es eigentlich nach jedem Spiel des VfB Leipzigs. Nur selten schafft es eine Bahn bis zum Hauptbahnhof ohne dass die Notbremse missbraucht wird oder Entwerter und Lampen zerstört werden. Die Polizei fährt in der Regel nur nebenher oder tut dies sogar erst dann, wenn mehrmals die Notbremse gedrückt wurde und die Fans die Bahn verlassen müssen.

03.11.97

Neue Weiche am Westplatz

Auch der Westplatz bekommt im Dezember eine neue Hanning&Kahl-Weiche. (EW 841)
Mehr zum Thema Weichen:

03.11.97

Grüner B4D hat jetzt seine Werbung

Ende September wunderten sich die Leipziger über die komplett grünen T4D 1936 und B4D 641. Wie ich berichtete wurden diese Wagen Anfang Oktober im Strbf. Döltz abgestellt, da der Kunde rechtliche Probleme wegen seiner Logos hatte. Nun hat zumindest der Bw 641 seine Werbung erhalten. Wie auch schon ein Mercedes-Gelenkbus wirbt er für eine Sanitärfirma.
Noch vor einigen Monaten waren die LVB nicht bereit, die gesamte Wagenfläche für Werbung freizugeben. So gab es Wagen mit Teilpopwerbung, die nur bis zur Bauchbinde reichte. Offenbar sieht man es jetzt nicht mehr so eng und gibt wenigstens die alten T4D / B4D für Ganzwerbung frei.

02.11.97

© 1997-2000 Martin Böttcher
http://www.leipziger-nahverkehr.de
Mitglied im Netzwerk Tram-Online.de
 
© 1997-2006 Martin Böttcher
http://www.leipziger-nahverkehr.de
Mitglied im Netzwerk Tram-Online.de