LVB und Regionalverkehr Leipzig werden fusionieren
Leipzigs OBM Wolfgang Tiefensee (SPD), Landrat Werner Dieck (CDU) und
LVB-Geschäftsführer Wilhelm Georg Hanss unterzeichneten gestern eine
Absichtserklärung, in der sie sich für eine Fusion der beiden
Verkehrsbetriebe von Stadt und Kreis aussprechen. Mit der Vereinigung sollen
die Linien neu gegliedert sowie die Fahrpläne und Tarife aufeinander abgestimmt
werden. Durch Einsparung von Parallelverkehr und die gemeinsame Nutzung von
Fahrzeugen und Werkstätten soll vor allem Geld gespart werden. So werden
Einschränkungen der Angebote verhindert und Arbeitsplätze gesichert.
Die Fusion soll noch in diesem Jahr stattfinden. Unklar ist noch, wie sie sich auf
die Tarife auswirkt. Während bei den LVB nach Zeit bzw. Zonen abgerechnet wird,
geht es beim Regionalverkehr nach Kilometern. Ob die Tarife noch vor Inkrafttreten des
Verbundtarifes des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes Mitte nächsten Jahres
umstrukturiert werden, steht noch nicht fest.
Anmerkung (17.12.98): Nach neuestem Stand wird es
einen einheitliche Verbundtarif des MDV frühestens ab dem Jahr 2000 geben.
28.05.98: SPD für Zusammenschluss von LVB und RVL
29.03.98: Mitteldeutscher Verkehrsverbund gegründet
30.07.98
Viele Vorschläge bei OBM-Sprechstunde zum Nahverkehrsplan
Dutzende Leipziger kamen am Dienstagabend zur zweiten Sprechstunde des Oberbürgermeisters
Wolfgang Tiefensee (SPD) in das kleine Stadtbüro am Marktplatz. Leipzigs Nahverkehr sorgt schließlich
für ausreichend Gesprächsstoff. Vor allem die Anwohner der stilllegungsgefährdeten
Strecken machten ihrem Ärger Luft und brachten ihre Vorschläge ein. Wolfgang Tiefensee,
LVB-Geschäftsführer Wolfgang Jähnichen und Herr Rausch vom Amt für
Verkehrsplanung betonten immer wieder, dass es sich um Untersuchungsstrecken handelt, deren
Zukunft noch längst nicht beschlossen ist.
Einige Bürger machten konkrete Vorschläge
für neue Linienführungen. So wäre es schön, wenn eine Straßenbahnlinie
von Dölitz aus über den Wiedebachplatz, durch die Arthur-Hoffmann-Straße zum
Hauptbahnhof fahren würde Viele Lößniger würden sich
über eine direkte Verbindung zum Connewitzer Kreuz freuen. Auch über die Linie 24 wurde
diskutiert. Ein Student schlug vor, die zur Zeit in gleicher Höhe wie auf der Karl-Liebknecht-Straße
liegenden Haltestellen an der Strecke so zu verlegen, dass ein neues Angebot
geschaffen wird. "Man muss sich überlegen, ob es nicht etwas Besseres gibt, um das Musikviertel
zu bedienen", sagte Jähnichen und spielte damit auf eine neue Buslinie an, die die Linie 24
ersetzen könnte. Dringend gefordet wurde die Tangentialverbindung über den Schleußiger Weg.
Tiefensee versprach, viele dieser Anregungen in die Diskussion mit einzubeziehen,
sie also auch den Stadträten vorzulegen.
Tiefensee will sich für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) einsetzen. Abgesehen
vom geplanten Tangentenviereck und dem Mittleren Ring sollen die Straßen nicht weiter ausgebaut, sondern
nur noch saniert werden. Der ÖPNV soll den Individualverkehr unterstützen, da ohne die
öffentlichen Verkehrsmittel der Verkehr überhaupt nicht fließen würde.
Der Autoverkehr soll künftig auf das Tangentenviereck geleitet werden, so dass auf den
Stadtbahntrassen nur noch wenig Durchgangsverkehr anzutreffen ist. An diesen Straßen sei
es schwierig, die "Grüne Welle" für die Autofahrer beizubehalten, da die
absolute Bevorrechtigung von Bahn und Bus einer der wichtigsten Eckpfeiler der Verkehrspolitik ist.
Die Stadt will sich um intelligente Lösungen bemühen.
Kritisiert wurden die Hindernisse beim Umsteigen vom Bus in die Bahn. Viel zu oft muss man erst an
mehreren Ampeln vorbei, weil die Bushaltestelle am anderen Ende der Kreuzung liegt. Jähnichen
versprach, die Probleme - soweit dies möglich ist - aus dem Weg zu räumen und führte
diverse Beispiele an, wo dies bereits geschehen ist. "Bahn und Bus aus einem Guss", sei sein
Motto.
Bis jetzt fahren mit der Straßenbahn hauptsächlich Auszubildende, Alte,
Arbeitslose und Leute, die sich kein Auto leisten können. Andere Nutzergruppen sollen nun stärker in den ÖPNV eingebunden werden.
"Dafür braucht man aber auch ein vernünftiges Marketing-Konzept", forderte
ein junger Mann aus dem Publikum. "Wie wäre es mit ein paar flotten Sprüchen an den
Bahnen und Haltestellen. Dann stellt sich auch ein Wiederholungseffekt ein."
Bürger aus den erst kürzlich eingemeindeten Vororten freuten sich, dass sie von den
LVB sehr schnell auch verkehrsmäßig an die Stadt angebunden wurden. Der Ortsvorsteher
von Plaußig zeigte sich sehr zufrieden mit dem neuen Angebot durch die Linien 82 und 83, auch
wenn er, wie auch eine Bürgerin aus Seehausen, noch Kritikpunkte hatte.
Zum Schluss machte OBM Tiefensee Herrn Jähnichen den Vorschlag, doch einmal offensiv
auf die Mitarbeiter des Amtsgerichtes zuzugehen, die an ihrem küftigen Domizil in der Bernhard-Göring-Straße
keine Parkplätze finden werden. Denen müsse ein Angebot gemacht werden.
Nach wie vor unbeachtet im Nahverkehrsplan bleibt der Vorschlag der Grünen, eine oberirdische
S-Bahn nach Karlsruher Vorbild durch die Stadt fahren zu lassen. Ein Grund dafür ist, dass
die stadteigene S-Bahn-Tunnel GmbH die Planungen für Leipzigs S-Bahn-Netz betreibt und
darin nur den Tunnel vorsieht. Auch Tiefensee steht hinter dem Tunnelprojekt.
28.02.98: Stadtverwaltung stellt Nahverkehrsplan vor
21.05.98: Stellungnahme des Ökolöwen zum Nahverkehrsplan
21.02.98: Die Grünen stellen Alternative zum S-Bahn-Tunnel vor
28.03.98: PDS erarbeitet Konzept für Regional-Straßenbahn
29.04.98: LVB schlagen neuen Kurs ein
29.07.98
Fahrplanwechsel bringt neues Nachtbusnetz
Der Fahrplanwechsel zum 30. August 1998 wartet mit einer großen Neuerung auf.
Dann werden die nächtlichen Straßenbahnanschlüsse
durch Busse ersetzt, die auf neun verschiedenen Linien jeweils um 1.11 Uhr, 2.22 Uhr und 3.33 Uhr am
Hauptbahnhof abfahren. Die "Night-Liner" fahren aber - anders als die Straßenbahnen - im Ringverkehr,
um gleich mehrere Stadtteile zu erreichen. Neben fast allen bisherigen Straßenbahnhaltestellen sollen
auch Diskotheken und Kneipen angefahren werden. Die Busse des letzten Anschlusses sind dann
etwa 4.37 wieder am Hauptbahnhof und übergeben die Fahrgäste an die ersten Bahnen um 4.44 Uhr.
Das neue Nachtbusnetz wird vor allem ein neues Angebot für Nachtschwärmer sein.
Die können nämlich direkt an der Kneipe oder Disko in den Bus einsteigen. Zwei Busse fahren
sogar durch den "Drallewatsch", Leipzigs Kneipenmeile in der Innenstadt. Auch das Aussteigen soll
erleichtert werden: Die Busse halten auf Zuruf auch zwischen den Haltestellen.
Die LVB werden durch diese Neuerung vor allem Geld sparen. Ronald Juhrs, Geschäftsbereichsleiter
Betriebstechnik, spricht von 300.000 Mark im Jahr. Außerdem können nun in den Nachtstunden ungestört
die Schienen und Weichen gewartet werden.
Das Nachtbusnetz kann mit den ganz normalen Fahrscheinen und Monatskarten genutzt werden. Die
Teilnetzfahrscheine gelten dann sogar über die Stadtgrenze hinaus. Leute aus dem Umland sparen also 80 Pfennig.
Allerdings müssten sich einige Fahrgäste, die bisher mit der "Kurzstrecke" gefahren sind,
darauf einstellen, dass sie mit den veränderten Routen unter Umständen mehr als sechs Haltestellen
fahren. Dann müssen sie auch den Teilnetzfahrschein nehmen.
Aber nicht nur in der Nacht wird sich etwas verändern. So werden die kleinen Anschlüsse am Hauptbahnhof abends und
am Wochenende zu den Minuten 00 - 20 - 40 beziehungsweise 10 - 30 - 50 stattfinden.
Zu den großen Anschlüssen treffen sich die Bahnen künftig immer um 23.30 Uhr, 0 Uhr und 0.30 Uhr. Der neue
Fahrplan ist demnächst in den Servicestellen der LVB erhältlich. Damit man nachts immer weiß,
wann und wie man nach Hause kommt, lassen die Verkehrsbetriebe 200.000 Nachtfahrpläne im
Westentaschenformat drucken. Diese Helferlein werden auch in einigen Kneipen und Diskotheken ausliegen.
Ronald Juhrs macht neugierig: "Am 30.08.98 ist in der Nacht eine fetzige Eröffnungsfeier geplant".
Mehr wollte er aber noch nicht verraten.
Das Nachtbusnetz der LVB als Plan (114 KB) öffnet in neuem Browser-Fenster
21.05.98: Fahrplanwechsel wird verschoben
23.07.98
Philipp-Rosenthal-Straße nur für die Straßenbahn
Die Stadtverwaltung will die Philipp-Rosenthal-Straße zwischen Bayrischen Platz und
Semmelweisstraße fü den Durchgangsverkehr sperren. Der Autoverkehr soll dann
durch die parallel verlaufende Straße des 18. Oktober rollen. Ziel dieser Maßnahme ist
die Beschleunigung der Straßenbahn. Nach Fertigstellung der Neuen Zwickauer Straße
wäre die Philipp-Rosenthal-Straße der einzige Abschnitt, auf dem sich die Linie
16 das Gleis mit den Autos teilen müsste.
Die Philipp-Rosenthal-Straße soll durch bauliche Veränderungen vom Bayrischen
Platz "abgehängt", so dass die Autofahrer automatische auf die breite Straße
des 18. Oktobers geführt werden. Diese soll vierstreifig ausgebaut werden und auf den Freiflächen
sollen Parkplätze enstehen. In der Philipp-Rosenthal-Straße selbst soll offenbar vorerst nicht
gebaut werden, obwohl es dort noch keine modernen Bahnsteige gibt und auch die Gleisabstände für
die geplanten breiteren Straßenbahnen zu gering sind.
Unklar ist noch, wo am Bayrischen Platz eine neue Haltestellenanlage entstehen soll. Im Amt für
Verkehrsplanung rechnet man nämlich schon fest mit dem geplanten S-Bahn-Tunnel und will die Haltestelle
möglichst nah am Tunneleingang anordnen. (Die vorhandene Haltestelle ist übrigens schon
mit Hochbahnsteig und Infosäulen ausgestattet, liegt aber westlich von der Kreuzung) Der Leiter des Amtes
für Verkehrsplanung, Walter Stein, rechnet mit einem Beginn der Bauarbeiten im Jahr 2000.
Die Seite zur Neuen Zwickauer Straße
21.02.98: Die Grünen stellen Alternative zum S-Bahn-Tunnel vor
11.07.98
Neue Zwickauer: Am Triftweg geht's los
Am 20. Juli geht der Bau der Stadtbahntrasse Süd an der Neuen Zwickauer Straße
in eine neue Phase. Dann beginnen die Arbeiten im Bauabschnitt 6 zwischen der Haltestelle Triftweg
und der Arno-Nitzsche-Straße bzw. An der Tabaksmühle. Damit wird die Neubaustrecke
im Süden an die vorhandene Trasse der Linien 5 und 16 angeschlossen. Der Kreuzungsbereich
Zwickauer Straße / Arno-Nitzsche-Straße / An der Tabaksmühle wird komplett
umgestaltet. Die Haltestelle Triftweg wird mit Hochbahnsteigen ausgestattet und geringfügig
verlegt. An der Kreuzung entsteht ein zweigleisiger Abweig in die Arno-Nitzsche-Straße, der
auch noch etwa ein Jahr lang - bis zur Freigabe der Neubaustrecke - planmäßig von den Linien 5 und 16 befahren wird.
Ursprünglich sollten die Arbeiten in diesem sechsten Bauabschnitt erst im vierten Quartal dieses Jahres
beginnen. Die Bauarbeiten wurden jetzt aber vorgezogen und in die Ferienzeit verlegt, um die Einschränkungen
so gering wie möglich zu halten. Vom 23. Juli bis zum 10. August wird die Strecke für den Straßenbahnverkehr
gesperrt. Die Linie 16 endet dann in Connewitz / Klemmstraße, die Linie 5 fährt nach Dölitz.
Die Fahrzeiten sind auch im Sommerfahrplan enthalten, der ab 20. Juli in den LVB-Servicestellen kostenlos erhältlich
ist.
Die Neue Zwickauer Straße ist das dezeit größte Bauvorhaben der Leipziger Verkehrsbetriebe.
Vom Bayrischen Platz kommend sollen die Bahnen dann über die vorhandene Trasse der Philipp-Rosenthal-Straße
- die dann autofrei sein wird - zur Deutschen Bücherei fahren, wo sie dann nach rechts in die Semmelweisstraße biegen
und dort auf einer neuen Trasse über das alte Messegelände geführt werden.
Anschließend kreuzt die Strecke die Richard-Lehmann-Straße, überquert
auf einer Brücke die Gleise der DBAG und stößt dann wieder auf die vorhandene
Trasse der Linien 5 und 16 nach Lößnig. Die Neue Zwickauer Straße soll die Strecke
durch die Arthur-Hoffmann- und Arno-Nitzsche-Straße ersetzen.
Am 22. September 1997 begannen die Arbeiten in der Semmelweisstraße (Teil des Bauabschnitts 1) sowie
im Bauabschnitt 3, dem Abschnitt zwischen Richard-Lehmann-Straße und DB-Brücke. Im II. Quartal
1998 nahmen die Bagger auch im Bauabschnitt 2 ihre Arbeit auf. Vorher musste die alte Messehalle 20 komplett
abgerissen werden. Inzwischen liegen die Gleise komplett zwischen
dem Anschluss an die Philipp-Rosenthal-Straße und der DB-Brücke. Sie wurden außer in
der Semmelweisstraße als Rasengleis gebaut. An der Deutschen Bücherei, auf dem
alten Messegelände und an der Richard-Lehmann-Straße entstanden moderne Haltestellen.
Von der westlichen Richard-Lehmann-Straße aus kann man jeweils zweigleisig sowohl nach Norden
als auch nach Süden in die Neue Zwickauer Straße abzweigen.
Der wichtigste Bauabschnitt fehlt allerdings noch: der Bauabschnitt 4 - die neue DB-Brücke.
Bis jetzt existiert an dieser Stelle nur eine kleine Fußgängerbrücke. Noch im III. Quartal 1998
soll mit dem Bau begonnen werden. Im Sommer 1999 soll sie schon unter Baustellenbedingungen
befahrbar und Anfang 2000 komplett fertig sein.
Ein Stadtplan mit den Bauabschnitten
Die Seite zur Neuen Zwickauer Straße
11.07.98
Bauarbeiten in der Zschocherschen Straße begannen
Am 6. Juli begannen die Leipziger Verkehrsbetriebe, das Gleisbauvorhaben Zschochersche Straße durchzuführen.
Zwischen Karl-Heine-Straße und Lauchstädter Straße werden die Gleise erneuert, die Haltestelle
Lauchstädter Straße erhält zwei Haltestellenkaps. Haltestellenkaps gab es in Leipzig bisher nur an einigen
Bushaltestellen.
Da wegen des Neubaus der König-Johann-Brücke die Linien 3 und 4 sowieso umgeleitet werden, gibt es für
den Straßenbahnverkehr keine Einschränkungen. Nur die Autofahrer müssen sich auf Umleitungen einstellen.
Während der ersten Bauphase, die vom 6.07. bis 29.07.98 dauert, ist die Zschochersche Straße zwischen Karl-Heine-Straße
und Amalienstraße nicht befahrbar. Vom 30.07. bis zum 24.08.98 wird dann der südliche Abschnitt zwischen
Amalienstraße und Lauchstädter Straße gesperrt. Die Überfahrt Lauchstädter Straße bleibt
immer befahrbar.
Der genaue Bautermin für den dritten Bauabschnitt zwischen Lauchstädter Straße und König-Johann-Brücke
ist noch nicht bekannt. Er ist abhängig von den Brückenbauarbeiten, soll aber im III. Quartal 1998 oder im I. Quartal 1999
liegen.
Der Schienenersatzverkehr fährt in der Zeit der Bauarbeiten auch weiterhin die Elster-Passage an. Es kommt lediglich
zu geringfügigen Änderungen.
07.07.98