Vorbereitungen für City-Tunnel kommen in heiße Phase
Das Finanzierungskonzept für den geplanten City-Tunnel bekommt immer
deutlichere Konturen. Die Europäische Union hat bereits 240 Millionen Mark
zugesichert, von der Deutschen Bahn AG sollen 200 Millionen Mark kommen.
Die restlichen 450 Millionen werden nun noch zwischen Bund und Land
ausgehandelt. Ein Ergebnis wird noch für diesen Herbst
erwartet. Die Stadt Leipzig hofft, nicht einmal die zuerst angedachten
40 Millionen zahlen zu müssen. Für sie bliebe dann nur noch
die Umfeldgestaltung der Stationen übrig. Sollte die Stadt dennoch
den Anteil von fünf Prozent der Bausumme zahlen müssen, wäre
dieser Betrag erst ab 2001 fällig und die Zahlung könnte
bis zu sechs Jahre gestreckt werden. Das wären dann nicht einmal
sieben Millionen Mark pro Jahr.
Die Betriebskosten des Tunnels sollen vom Bund getragen werden. Dieser
stellt dafür Mittel aus dem Mineralölsteueraufkommen zur Verfügung.
Leipzigs städtischer Haushalt wird deshalb durch den Tunnel nicht belastet.
Derzeit läuft beim Eisenbahnbundesamt das Planfeststellungsverfahren.
Der Beschluss wird im Herbst erwartet. Ebenfalls in diesem Herbst soll der Stadtrat
den Bau beschließen. Wenn dies alles reibungslos läuft, wird der
erste Spatenstich bereits im nächsten Jahr am Bayerischen Bahnhof erfolgen.
Dort wird ein 20 Meter tiefer Anfahrschacht gegraben und eine in Einzelteilen zerlegte
Schildvortriebsmaschine hinabgelassen. Die Maschine wird dann unter Tage zusammengebaut
und eine Länge von 70 Metern erreichen. Allein das Zusammenbauen wird
ein Dreivierteljahr dauern.
Wenn die Maschine montiert ist, wird sie sich unter der Windmühlenstraße
zum Wilhelm-Leuschner-Platz in Bewegung setzen. Dabei meißelt und gräbt
sich das Gerät durch den Untergrund und stellt gleichzeitig die 8,82 Meter
breite Tunnelröhre her. Dabei soll sie pro Tag fünf Meter vorankommen.
Während die Schildvortriebmaschine auf dem Weg zum Leuschnerplatz ist,
soll dort gleichzeitig die Baugrube für die künftige Tunnelstation ausgehoben werden.
Wenn das Gefährt dort ankommt, wird es gewartet und neu ausgerichtet. Über
der Baugrube werden Notbrücken errichtet, damit der Verkehr nicht zu sehr beeinträchtigt
wird.
Anschließend gräbt sich die Maschine zum Markt, wo ebenfalls eine Station gebaut wird.
Von dort geht es dann weiter zum Hauptbahnhof, wo unter den Gleisen 3 und 4 bereits die Pfähle
für eine weitere Station stehen. Diese wurden schon beim Umbau des Hauptbahnhofes gesetzt. Am
Hauptbahnhof wird es noch einmal ganz kompliziert, da sowohl im Gleisbereich als auch auf dem Ring
geschachtet werden muss. Danach wird die Maschine gedreht, um die zweite Röhre herzustellen.
Für das Projekt werden fünf Jahre Bauzeit veranschlagt. Wenn im Jahr 2000
mit dem Bau begonnen wird, könnten die Züge ab dem Jahr 2005 durch den Tunnel rollen.
Von den rund 900 Millionen Mark Baukosten, werden etwa 500 Millionen Mark für den
Tunnel benötigt. Der Rest wird für die Anbindung an die vorhandenen Gleisanlagen
und für die Aufwertung des bestehenden Netzes ausgegeben. So entstehen zum Beispiel
die neuen Haltepunkte Essener Straße und Theresienstraße. Der S-Bahnhof Leutzsch
wird direkt unter die Georg-Schwarz-Straße verlegt. Außerdem sollen mit dem Geld
neue Verbindungskurven gebaut und die Strecke nach Grimma elektrifiziert werden.
Homepage der S-Bahn Tunnel Leipzig GmbH
31.05.1999
Brückenbau an Zwickauer Straße startet
Mit knapp einem Jahr Verspätung beginnt nun im Juni der Bau der neuen Eisenbahnbrücke in
der Zwickauer Straße. Über dieses Bauwerk soll einmal die Linie 16 von Lößnig, über
das alte Messegelände zur Innenstadt fahren. Die Neubaustrecke ist fast komplett fertiggestellt, nur die
Brücke fehlt noch. Sie ist nötig, um die vier Eisenbahngleise der Strecke Stötteritz -
Connewitz und den zweigleisigen Abzweig zum Bayerischen Bahnhof zu überqueren. Bislang
existiert an dieser Stelle nur eine kleine Brücke für Fußgänger und Radfahrer.
Nachdem sich die Leipziger Entwicklungs- und Sanierungsgesellschaft (LESG) mit der Deutschen Bahn AG
geeinigt hat, soll nun der Bau beginnen. Zunächst wird eine Behelfsbrücke errichtet,
damit Fußgänger und Radfahrer die wichtige Verbindung auch während der Bauarbeiten
nutzen können. Anschließend wird die alte Brücke abgebrochen und das neue Bauwerk
mit Gehweg, Fahrbahn und besonderem Bahnkörper errichtet. Besonders im Bereich der Gütergleise
werden sich die Arbeiten schwierig gestalten, da dort nur zwischen ein und vier Uhr nachts gearbeitet werden
kann. Die LESG geht davon aus, dass die neue Brücke im Mai 2000 fertig ist.
Noch ist nicht ganz sicher, ob die Stadtbahnlinie 16 dann sofort die neue Trasse befahren wird,
da im nächsten Jahr die Philipp-Rosenthal-Straße umgestaltet wird. Dabei wird es zu
Behinderungen und Sperrungen kommen, weshalb die Linie 16 ohnehin über ihre angestammte
Strecke durch die Arthur-Hoffmann-Straße fahren müsste.
Auch ist noch unklar,
in welcher Form die Arthur-Hoffmann-Straße bedient werden soll, wenn die "16"
planmäßig über die Neue Zwickauer Straße fährt. Die ursprünglich
geplante Stilllegung wird mehr und mehr unwahrscheinlicher. Die Gleise müssen als Ausweichstrecke
für die parallel verlaufende Stadtbahntrasse Karl-Liebknecht-Straße liegen bleiben. Darüber
hinaus würde der in Lößnig nötige 5-Minuten-Takt in der Neuen Zwickauer und
der Philipp-Rosenthal-Straße ein Überangebot darstellen. Der neue S-Bahn-Haltepunkt
Semmelweisstraße ist nur für das Einzugsgebiet der Haltestelle Kurt-Eisner- /
Arthur-Hoffmann-Straße interessant. Deshalb erscheint es nicht
unwahrscheinlich, dass die Linie 5 ihre alte Linienführung behält oder eine andere Linie durch
die Arthur-Hoffmann-Straße fährt.
Die Seite zur Neuen Zwickauer Straße
31.05.1999
Wegen fehlender Vorfahrt fährt Linie 6 Umleitung
(LVB-PR, 14.05.99). Am Montag, dem 17.05.99 wird um 9.00 Uhr die
Vorfahrtsbeschílderung an den Kreuzungen Jahnallee / Elsterstraße
(Waldplatz) sowie Wittenberger / Apelstraße abgebaut.
Auf Anordnung des Regierungspräsidiums vom 19.04.99
ist diese Verkehrszeichenkombination abzubauen; bisher hieß
es allerdings, dass zur Aufrechterhaltung des Straßenbahnverkehrs
das Vorfahrtszeichen bis zur Inbetriebnahme von Lichtsignalanlagen
verbleiben kann. Derzeit stehen diese Zusatzzeichen, die der Straßenbahn
eine Bevorrechtigung einräumen, noch an 16 sicherheitsrelevanten
Stellen in Leipzig.
Zur Gewährleistung des Bahnbetriebes insbesondere unter
Berücksichtigung der Sicherheit für die Fahrgäste
wird ab Montag (17.05.99) die Linie 6 in Richtung Sommerfeld
über Westplatz - Käthe-Kollwitz-Straße umgeleitet.
Änderungen ergeben sich damit für die Haltestellen
Waldplatz und Leibnizstraße, die verlegt bzw. nicht mehr
von der Linie 6 bedient werden können.
Durch den Abbau der Vorfahrtsbeschilderung an der Kreuzung
Wittenberger / Apelstraße wird es vorerst keine veränderte
Linienführung geben, da die Verkehrssituation dort
weniger kritische eingeschätzt wird.
Die Leipziger Verkehrsbetriebe bitten die Fahrgäste der Linie 6
um Verständnis für die verlängerte Fahrtzeit und
dem weiteren Weg zur Haltestelle im Interesse Ihrer Sicherheit.
Vorfahrtsschilder für Straßenbahn sollen entfernt werden
18.05.1999
Straßenbahnmuseum lädt wieder ein
Am 16. Mai 1999 begann die diesjährige Saison des Historischen Straßenbahnhofs Leipzig-Möckern.
Der Eröffnungstag stand im Zeichen des Jubiläums "30 Jahre Tatra", weshalb auch Vertreter
der Typen 33a, 33d und 35 zu sehen waren. Doch auch sonst gibt es im Museum immer was zu sehen.
So zum Beispiel dreißig historische Straßenbahnwagen. Damit gehört die Leipziger Sammlung zu
den vollständigsten eines deutschen Großbetriebes. Von fast jedem Leipziger Typ ist ein Exemplar
zu sehen. Allerdings sind nicht alle Fahrzeuge vollständig rekonstruiert. Man will ganz bewusst den Weg
zeigen, den die oftmals als Gartenlaube genutzten Wagenkästen zurücklegen müssen, um wieder
richtige Schmuckstücke zu werden.
Neben den großen Fahrzeugen kann man auch die umfangreiche Modellstraßenbahn-Anlage besichtigen.
Außerdem gibt es Filmvorführungen sowie Souvenier- und Imbissstände.
Für das leibliche Wohl ist also gesorgt. Zu bestimmten Zeiten sind auch Führungen
durch die Werkstatt möglich.
Am Verkaufsstand kann die neu erschienene Chronik, Band 2, "Fahrzeugarchiv" zum
Preis von 45,00 DM erworben werden.
Das Museum hat von Mai bis September jeden 3. Sonntag im Monat von 10 bis 17 Uhr geöffnet.
Damit die Besucher schon bei der Anreise in die richtige Stimmung kommen, wird zwischen Wilhelm-Leuschner-Platz und
Möckern die historische Linie 29E als Zubringer eingesetzt.
Nach dieser zweiten Saison will das Museum in den größeren Straßenbahnhof Leutzsch
umziehen, wo es auch eine große Freifläche gibt, auf der die Fahrzeuge besser präsentiert und
fotografiert werden können. Von Vorteil ist auch die beheizte Halle und die ruhige Lage in dem grünen
Stadtteil am Auwald.
18.05.1999
Zweckverband übernahm Aufgabenträgerschaft für Nahverkehr
Mit der feierlichen Vertragsunterzeichnung am 3. Mai 1999 übernahm der Zweckverband für den
Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) die Aufgabenträgerschaft für den schienengebundenen
Personennahverkehr (SPNV) im Regierungsbezirk. Durch diesen Zweckverband haben die Kreise des
Regierungsbezirks Leipzig und die Messestadt selbst mehr Einfluss auf das Nahverkehrsangebot,
über das bisher allein der Freistaat Sachsen mit seiner Landesverkehrsgesellschaft entschieden hatte.
Der Verband möchte die vom Bund über den Freistaat zur Verfügung gestellten Mittel nun effektiver an
den Belangen der Bürger ausrichten und die Koordination zwischen Bus und Bahn verbessern.
Dafür stehen ihm jährlich 170 Millionen Mark zur Verfügung. Um Kosten zu senken,
sollen auch Konkurrenten der DB Regio zum Zuge kommen. Der Vorsitzende des ZVNL kritisierte,
dass manche Angebote der Bahn nicht zeitgemäß seien.
Dennoch wird es auch jetzt nicht deutlich mehr oder weniger Züge geben. Das erlaube
der Vertrag, der bis zum Jahr 2002 dauert, vorerst nicht. Allerdings sind der geplante City-Tunnel,
die S-Bahn Leipzig - Halle sowie die Flughafenanbindung berücksichtigt. Auch soll es bereits
zum Fahrplanwechsel im Jahr 2000 Verbesserungen im Detail geben. Noch
in diesem Jahr wird ein Nahverkehrsplan für die Region erarbeitet.
10.05.1999
Stadtbahnlinie 15: Umbau der Lützner Straße verschiebt sich
Der für das zweite Halbjahr 1999 geplante Umbau der Lützner Straße
im Abschnitt zwischen Brünner Straße und Luisenbrücke wird sich
verschieben. Das teilte uns das Amt für Verkehrsplanung auf Anfrage mit. Da
zukünftige Investoren auf dem Gelände des Lindenauer Hafens eine Zufahrt
aus allen Richtungen wünschen, muss der Knotenpunkt Lützner / Saarländer
Straße umgeplant werden. Er soll nun vier Kreuzungsarme erhalten, also auch eine Fahrt
nach Norden zum Hafen ermöglichen.
Die Planungen sind soweit fortgeschritten, dass mit dem Umbau noch Ende dieses Jahres
begonnen werden könnte. Da man diese komplizierte Baumaßnahme nicht im
Winter durchführen möchte, werden die Bauleute voraussichtlich
erst im Sommer 2000 anrücken.
10.05.1999
Vorfahrtsschilder für Straßenbahn sollen entfernt werden
Das Leipziger Regierungspräsidium hat die Stadtverwaltung in der vergangenen
Woche dazu verpflichtet, die Vorfahrtsschilder für die Straßenbahn
binnen zwei Wochen zu entfernen. Diese Zeit sollen die Leipziger Verkehrsbetriebe
dazu nutzen, ihre Fahrer über die neue Situation zu unterrichten.
Mit den Schildern (rotes Vorfahrt-gewähren-Dreieck mit Zusatzschild
Straßenbahn) reagierte die Stadt kurz nach der Wende auf die wegfallende
grundsätzliche Vorfahrt der Straßenbahn, wie sie in der DDR-Straßenverkehrsordnung
vorgeschrieben war. Diese Schilder wurden an insgesamt 92 Knotenpunkten aufgestellt,
um den Bahnen die sichere Ausfahrt aus einer Nebenstraße zu ermöglichen.
Nachdem an vielen Kreuzungen Lichtsignalanlagen errichtet wurden, stehen diese
Schilder nur noch an 16 Punkten der Stadt.
Das Regierungspräsidium streitet bereits seit 1992 mit der Stadt um diese
Vorfahrtsregelung und macht jetzt Ernst. Sollten die Schilder nicht verschwinden, will
man sie selbst abschrauben lassen. Das betrifft zunächst die Knotenpunkte
Jahnallee / Elsterstraße (Waldplatz, Ausfahrt Linie 6) und Wittenberger Straße / Apelstraße (Linie 21).
Die Leipziger Verkehrsbetriebe sehen unterdessen das Chaos auf sich zukommen.
Zumal sich nur an den wenigsten Kreuzungen eine so große Lücke ergibt,
dass ein 45 Meter langer Großzug problemlos abbiegen kann. Hinzu kommt,
dass durch die Wartezeiten leicht Verspätungen auftreten können. Der
Betriebsrat der LVB erwägt zur Zeit, im Namen aller Fahrer Protest gegen
die Entscheidung des Regierungspräsidiums einzulegen.
03.05.1999
Finanzierung des Verkehrs nach Taucha und Schkeuditz gesichert
(LVB-PR). Im Ergebnis der Gemeindegebietsreform zum 1. Januar 1999 und damit
dem Wechsel der Städte Schkeuditz und Taucha in den Landkreis Delitzsch
erbringen die Leipziger Verkehrsbetriebe nun vier Prozent ihrer Verkehrsleistung
im Landkreis Delitzsch.
Mit den Straßenbahnlinien 11 nach Sckeuditz und 13 nach Taucha sowie
den Buslinien 135 / 163 (Schkeuditz) und 81 / 175-177 (Taucha) werden jährlich
insgesamt 500.000 Fahrplan-Kilometer durch die LVB und ihr Tochterunternehmen RVL
in diesem Bereich gefahren.
Durch die Unterzeichnung des ersten Verkehrsbedienungsvertrages zwischen dem
Landkreis Delitzsch und den Leipziger Verkehrsbetrieben wird der Betriebskostenzuschuss
für die Erbringung der Verkehrsleistung im Raum Delitzsch für ein Jahr
festgeschrieben. Der Delitzscher Landrat - Herr Czupalla - und der Vorsitzende der
LVB-Geschäftsführung - Herr Hanss - haben sich in intensiven Beratungen
für eine weitere konstruktive Zusammenarbeit ausgesprochen.
Die Nachverhandlungen in den Folgejahren werden sich am jeweiligen Leistungsangebot
der LVB und des RVL orientieren, wobei die Anbindung der Städte Schkeuditz und Taucha
durch die Leipziger Verkehrsbetriebe und die verkehrliche Erschließung des neuen Zentrums
Delitzsch durch Busse abgesichert wird.
In den Verhandlungen zwischen dem Zweckverband ÖPNV Mittleres Muldental
als Aufgabenträger für den Landkreis Delitzsch und den LVB betonten beide
Seiten, dass das Fahrplanangebot im Interesse der Fahrgäste stabil bleibt bzw.
qualitativ ausgebaut wird. Leistungsreduzierungen und somit Einschränkungen
für die Fahrgäste wird es nicht geben!
03.05.1999