Schwerer Unfall mit Entgleisung in Schkeuditz
Zu einem schweren Verkehrsunfall kam es am 30.04.98 gegen 12 Uhr an der Haltestelle
Paetzstraße in Schkeuditz. Der Fahrer eines Lieferwagens missachtete das Andreaskreuz
am Bahnübergang kurz vor der Haltestelle und fuhr gegen die linke Seite einer nach Leipzig
fahrenden Bahn der Linie 11. Der erste Triebwagen des Tatragroßzuges (V.1125, Wagen 1930+1959+619)
entgleiste dabei vollständig, raste über die Rampe des Hochbahnsteiges durch
das Haltestellenhäuschen und wurde schließlich von einem Fahrleitungsmasten gestoppt.
Der zweite Triebwagen blieb im Gleis und zog dadurch die hintere Hälfte des ersten
Triebwagens zurück ins Gleisbett und stieß gegen sein Heck. Der Beiwagen blieb weitestgehend unbeschädigt.
Durch den Zusammenstoß mit dem Mast kam es zu Zerstörungen an der Fahrleitung.
Außerdem wurden die Schienen verschoben. Bei dem Unfall wurden 13 Personen leicht
verletzt. Die Leipziger Verkehrsbetriebe schätzen den Sachschaden auf über 100.000 Mark.
Zur Bergung des ersten Triebwagens wurde der Rest des Zuges zirka hundert Meter
zurückgeschoben. Kurz vor 17 Uhr konnte der Wagen 1930, der erheblich zerstört wurde,
wieder eingegleist werden. Zeitgleich wurde die Fahrleitung provisorisch gesichert und die Gleise repariert.
Gegen 18 Uhr konnte die Strecke wieder freigegeben werden.
Foto: Triebwagen 1930 wird wieder eingegleist (49,0 KB)
Foto: Die Oberleitung wird provisorisch gesichert (44,2 KB)
Foto: Der ebenfalls zerstörte zweite Triebwagen 1959 (55,0 KB)
30.04.98
Im Mai eröffnet Straßenbahnmuseum Möckern
Am 17. Mai 1998 wird im Straßenbahnhof Möckern das Museum historischer Fahrzeuge eröffnet.
Zu sehen gibt es dort etwa dreißig der insgesamt 39 historischen Fahrzeuge. Damit gehört die Leipziger Sammlung zu
den vollständigsten eines deutschen Großbetriebes. Von fast jedem Leipziger Typ wird ein Exemplar
zu sehen sein. Allerdings sind nicht alle Fahrzeuge vollständig rekonstruiert. Man will ganz bewusst den Weg
zeigen, den die oftmals als Gartenlaube genutzten Wagenkästen zurücklegen müssen, um wieder
richtige Schmuckstücke zu werden.
Neben den großen Fahrzeugen kann man auch die umfangreiche Modellstraßenbahn-Anlage besichtigen.
Außerdem gibt es Filmvorführungen sowie Souvenier- und Imbissstände.
Für das leibliche Wohl ist also gesorgt. Zu bestimmten Zeiten werden auch Führungen
durch die Werkstatt möglich sein.
Das Museum hat von Mai bis September jeden 3. Sonntag im Monat von 10 bis 17 Uhr geöffnet.
Zusätzlich sind seine Pforten am 3. und 4. Oktober 1998 geöffnet.
Damit die Besucher schon bei der Anreise in die richtige Stimmung kommen, wird zwischen Wilhelm-Leuschner-Platz und
Möckern die historische Linie 29E als Zubringer eingesetzt.
30.04.98
LVB schlagen neuen Kurs ein
Ganz neue Töne hört man neuerdings von der Geschäftsführung der
Leipziger Verkehrsbetriebe. Statt aufgrund der ausbleibenden Zahlungen des Landkreises Strecken
im Umland stillzulegen, will man jetzt das Liniennetz sogar ins Umland erweitern. Statt ursprünglich
60 Millionen will man jetzt 270 Millionen Mark in das Streckennetz investieren. Geschäftsführer
Hanns begründete das neue Konzept mit einem drastischen Rückgang der Fahrgastzahlen und
jüngsten Studienergebnissen.
Allerdings will man nicht alle Strecken abschnittsweise sanieren, sondern ein Achsenkreuz aus Stadtbahnlinien
entstehen lassen. Dazu gehören dann im Westen die Strecken nach Grünau, im Norden die Georg-Schumann-Straße
nach Schkeuditz
und die Delitzscher Straße zur Neue Messe, im Osten Eisenbahn- und Dresdner Straße nach Paunsdorf und im Süden
die Prager Straße über Meusdorf, die Neue Zwickauer Straße nach Lößnig und die Karl-Liebknecht-Straße nach Dölitz. Die Bahnen
sollen dann auch nicht mehr an der Stadtgrenze Halt machen, sondern auch in "lohnenswerte"
Gebiete des Umlands fahren.
Da auch die LVB erkannt haben, dass die über 50 neu beschafften Niederflurgelenktriebwagen NGT8
für stark frequentierte Strecken völlig ungeeignet sind, will man in den nächsten Jahren etwa
siebzig 40 m lange und über 2,30 m breite Stadtbahnwagen kaufen. Als Zwischenlösungen
sollen Niederflurbeiwagen angeschafft werden.
Das neue Konzept birgt aber auch einige Gefahren. So kann es passieren, dass Strecken, die sich nicht
auf dem Achsenkreuz befinden, vernachlässigt oder gar stillgelegt werden. Es wäre also möglich,
dass vielerorts vorhandene Straßenbahnstrecken durch ein Bus-Zubringersystem zum Achsenkreuz
ersetzt werden. Der Nahverkehrsplan, der im Herbst vom Stadtrat verabschiedet werden soll, könnte das
allerdings verhindern.
Stadtverwaltung stellt Nahverkehrsplan vor
Konflikt um Zuschüsse für ÖPNV im Landkreis entschärft
Neue Zwickauer Straße
Georg-Schumann-Straße wird ab '99 umgebaut
29.04.98
Georg-Schumann-Straße wird ab '99 umgebaut
Die Pläne zum Umbau der Georg-Schumann-Straße sind fertig. Ab Frühjahr 1999
sollen die Bauarbeiten im ersten Bauabschnitt zwischen Böhmestraße und Wiederitzscher
Straße beginnen. Die Gleise werden, wie auch schon in der Delitzscher Straße (Linie 16),
separiert, links und rechts daneben wird je eine überbreite Fahrspur Platz finden. So soll sichergestellt
werden, dass die Autos an Lieferfahrzeugen vorbeifahren können.
Die Haltestellen Lützowstraße, Lindenthaler Straße und Wiederitzscher Straße
erhalten Haltestelleninseln mit Hochbahnsteigen. Damit die Fahrgäste sicher die Straße überqueren
können, werden dort Ampeln gebaut. Verzichtet werden musste auf die vorgesehenen Radwege, weil
sie wegen der Fahrspuren keinen Platz mehr finden.
Die LVB wollen in einzelnen Etappen bauen, es steht aber noch nicht fest, wann in welcher Etappe begonnen
wird. Man ist sich auch noch nicht sicher, ob man während der Bauarbeiten die ganze Straße sperren
wird. Allerdings sollen die Anlieger und Kunden der Geschäfte weiterhin durchfahren können.
Nach dem Bau will man die Planungen für eine Verlängerung bis zur Haltestelle Huygensstraße
vorantreiben. Möglicher Bautermin wäre hier 2000/2001.
Inzwischen gab es aus verschiedenen Reihen Proteste gegen das Projekt. Der Umweltbund Ökolöwe
kritisierte, dass der Platz für Radfahrer und Fußgänger zu Gunsten der Fahrspur reduziert werden
soll. Die Straße solle fußgängerfreundlich sein. Die Handwerkskammer sorgt sich dagegen
um die 73 Händler an der Straße, die während der Bauzeit Umsatzeinbußen befürchten.
Das Regierungspräsidium wendet sich strikt gegen sie überbreiten Fahrspuren und fordert zwei
richtige Fahrspuren je Richtung. Immerhin handele es sich hierbei um eine Bundesstraße. Wenn die Pläne
nicht geändert werden, will man keine Mark Fördermittel geben.
29.04.98
Neue Farbgebung wird abgeändert
Die LVB wollen die neue Farbgebung der Tatrawagen, die in den letzten Wochen am Triebwagen
2049 getestet wurde, wieder ändern. Zwar hatte diese Variante 1 bei einer betriebsinternen Ausschreibung
den größten Zuspruch erhalten, doch als das Fahrzeug erst einmal auf den Gleisen stand, bemerkte man schnell,
dass diese Variante doch nicht die optimale zu sein schien: zu viel Gelb, zu wenig Blau!
Die nächsten 17 Fahrzeuge, die ihre neue Farbgebung mit der in diesem Jahr anstehenden Hauptuntersuchung erhalten,
werden die Werkstatt mit einem zusätzlichen blauen Streifen unter den Fenstern und blauen Schürzen
verlassen.
Diese Variante 3 (bei der LVB-Ausschreibung) - wir hatten sie mit einem "Computer-Trick" ohnehin
schon auf der "Vermischtes"-Seite vorgstellt, erhielt auch von unseren Lesern großen Zuspruch.
20.04.98
Friedrich-Ebert-Stiftung lädt zu Nahverkehrsforum
Am Dienstag, dem 21.04., veranstaltet die Friedrich-Ebert-Stiftung ein Forum, auf dem die Konzepte für Leipzigs
Nahverkehr diskutiert werden sollen. Schwerpunkte sind der geplante S-Bahn-Tunnel, der Entwurf
des Nahverkehrsplanes und der Mitteldeutsche Verkehrsverbund. Ihre Teilnahme zugesagt haben Volker Eichmann
von der Technischen Universität Dresden, Walter Stein vom Leipziger Amt für Verkehrsplanung sowie
Wilhelm Georg Hanns und Wolfgang Jähnichen von den Leipziger Verkehrsbetrieben.
Das Forum, das von 9 bis 13 Uhr dauern soll, findet im Stentzlers Hof in der Petersstraße 39-41 statt. Es wird eine
Teilnahmegebühr von 20 Mark erhoben; Anmeldungen sind unter der Rufnummer 0341 / 960 21 60 möglich.
29.03.98: Mitteldeutscher Verkehrsverbund gegründet
28.03.98: PDS erarbeitet Konzept für Regional-Straßenbahn
21.02.98: Die Grünen stellen Alternative zum S-Bahn-Tunnel vor
18.04.98
Auffahrunfall am Goerdelerring
Am 15.04. kam es gegen 16.20 Uhr an der Haltestelle Goerdelerring zu einem Auffahrunfall
zweier Straßenbahnen. Ein T4D-M-Großzug (wen's interessiert: 2160+2197+764) der Linie 6 verließ
das Gleis 1, um in Richtung Leibnizstraße zu fahren. Als plötzlich noch ein PKW aus der
Pfaffendorfer Straße kam, musste die Bahn bremsen. Der Fahrer der nachfolgenden Linie 37 brachte seinen
Tatragroßzug (1874+2005+694) zu spät zum stehen und führ auf den Beiwagen auf. Eine
60-jährige Frau wurde dabei leicht verletzt. Die Linien 6, 15, 17 und 37 wurden über Goerdelerring
Gleis 2, Käthe-Kollwitz-Straße, Friedrich-Ebert-Straße, die Linie 20 über den
Erich-Weinert-Platz umgeleitet. Um 17.28 Uhr wurde das Gleis 1 wieder freigegeben.
18.04.98
Fachmesse Verkehr und Logistik 1998
Vom 6. bis 9. Mai 1998 findet auf dem neuen Messegelände die Internationale Fachmesse für
Personenverkehr und Gütertransport statt. Neben vielen Ständen und Fachveranstaltungen, die
sich eher mit Fernverkehr und Logistik beschäftigen, werden auch wieder viele Anbieter für den
Öffentlichen Personennahverkehr vor Ort sein. Vor allem Hersteller von Informations- und Betriebsleitsystemen,
und Haltestellenausrüstungen sowie Schienenfahrzeughersteller werden ihre Stände aufbauen.
Auf der letzten Verkehr und Logistik konnte man auf dem Freigelände unter anderem den Dresdner NGT6DD
und den Cottbusser KT4D, der ein Niederflurmittelteil erhalten hatten, betrachten und auch begehen.
Um den Charakter der Fachmesse stärker zu betonen, findet die Verkehr und Logistik in diesem Jahr
zeitlich getrennt von der Auto Mobil International statt.
12.04.98
Im Juli beginnen Bauarbeiten in der Zschocherschen Straße
Seit Samstag, dem 11. April, laufen die Ausschreibungen für Gleisbauarbeiten in der Zschocherschen
Straße zwischen König-Johann-Brücke und Karl-Heine-Straße (Felsenkeller). Dort werden
die alten Großverbundplatten ausgebaut und durch neue Gleise ersetzt. Außerdem wird die Haltestelle
Lauchstädter Straße mit Hochbahnsteigen ausgestattet.
Die Arbeiten werden voraussichtlich vom 06.07. bis zum 28.08.1998 dauern. Ende 1998 oder Anfang 1999 soll
dann noch im Bereich des Felsenkellers eine elektrisch verriegelte Weiche (EW 752) eingebaut werden. Der Straßenbahnverkehr
wird durch diese Baumaßnahmen nicht behindert, da die Linien 3 und 4 wegen des Neubaus der König-Johann-Brücke
noch bis 1999 durch Schleußig umgeleitet werden.
12.04.98
Gleisinstandhaltungsarbeiten in der Eisenbahnstraße
Die Leipziger Verkehrsbetriebe nutzen die Umleitung wegen der Baumaßnahme Friedrich-List-Platz
aus, um am 14. und 16. April in der Eisenbahnstraße zwischen Hermann-Liebmann- und Elisabethstraße
abschnittsweise die Gleise zu erneuern bzw. festzulegen. Dadurch werden die Kfz-Fahrspuren eingeengt.
Die Straßenbahnen werden in der Zwischenzeit sowieso über die Dresdner Straße umgeleitet.
Auch die Autofahrer haben sich inzwischen auf die Baumaßnahme Fr.-List-Platz eingestellt und meiden nun
die Eisenbahnstraße. Nun fahren sie wie die Bimmel durch die Dresdner Straße, was an den Behinderungen
nicht viel geändert hat. Ab Donnerstag, dem 16. April, darf die Bahn wieder üder den Listplatz fahren, der
Individualverkehr erst ab dem 23. April.
Staus und Verspätungen am Friedrich-List-Platz
12.04.98
Arbeiten an der Neuen Zwickauer Straße gehen in neue Phase
Am Donnerstag, dem 9. April, gingen die die Bauarbeiten für die Stadtbahntrasse Süd
in eine neue Phase. Seitdem ist die Semmelweisstraße zwischen Philipp-Rosenthal-Straße und
Zwickauer Straße für den Autoverkehr in beiden Richtungen unter Baustellenbedingungen
freigegeben. Dasselbe gilt für die Anbindung der Straße des 18. Oktober an die Semmelweisstraße.
Am Dienstag, dem 14. April, wird die Zwickauer Straße ab Richard-Lehmann-Straße im Bereich des
früheren Messeeingangs Süd für den gesamten Verkehr gesperrt. Die LVB bitten Anlieger, Kunden
des HIT-Marktes sowie Besucher der Tierklinik Leipzig, die Zwickauer Straße über die Semmelweisstraße
anzufahren.
Im Mai wird übrigens auch die Kreuzung Richard-Lehmann-Straße / Zwickauer Straße gesperrt.
Dann sollen nämlich die Gleise der Neuen Zwickauer Straße verbunden und an die Gleise der Richard-Lehmann-Straße
angebunden werden. Nach Ende der Bauarbeiten wird es möglich sein, auf der Richard-Lehmann-Straße
von Westen kommend, mittels Dreiwegeweiche sowohl nach Norden als auch nach Süden in die Neue Zwickauer Straße abzubiegen.
Auch in der Gegenrichtung, also von Norden oder Süden kommend, kann man nach Westen in die Richard-Lehmann-Straße
biegen.
Der östliche Abschnitt der Richard-Lehmann-Straße bleibt zwar für die Linie 22 erhalten,
erhält aber keinen Anschluss an die Neue Zwickauer Straße.
Die Seite zur Neuen Zwickauer Straße
12.04.98
Staus und Verspätungen am Friedrich-List-Platz
Die Bauarbeiten am Friedrich-List-Platz (vorbereitende Maßnahmen zum Bau der neuen B2 in
diesem Bereich) haben am Montag begonnen. Aufgrund der Sperrung von Kohlgarten- und Rosa-Luxemburg-Straße
staut sich der Verkehr - besonders in den Verkehrsspitzen - in der Eisenbahnstraße. Die Auswirkungen
sind sowohl für den Kfz- wie auch den Straßenbahn- und Busverkehr spürbar:
Verspätungen von bis zu 40 Minuten auf einigen Linien waren am Dienstagvormittag keine Ausnahme.
Betroffen sind die Linien 3, 8, 13, 17, 37, 22 sowie die Buslinie 90, 90E.
Die LVB-Dispatcher versuchen, die Situation operativ etwas zu entschärfen, leiten die Linien 3 und 31
über die Dresdner Straße um. Auch jeder zweite Kurs der Linie 8 wird - entsprechend der Situation -
über die Dresdner Straße umgeleitet.
Stark verspätete Straßenbahnen der Linie 37 werden im Bahnhof Angerbrücke
eingekürzt; zwischen Angerbrücke und Bahnhof Leutzsch werden Pendelstraßenbahnen eingesetzt.
Ab Donnerstag, 20 Uhr, werden alle Linien über die Dresdner Straße umgeleitet.
(LVB) 07.04.98