Archiv - März 1999



König-Johann-Brücke: Straßenfest, Weltrekord, neuer Haltestellentyp

Nach rund 18 Monaten Bauzeit - und damit früher als geplant - wurde am 27. März die König-Johann-Brücke in Plagwitz eingeweiht. Neben Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee und Bürgermeister Peter Kaminski erschien auch König Johann "persönlich", um nach einer kurzen Ansprache gemeinsam das symbolische Band zu durchschneiden.

Weltrekord

Anschließend richteten sich die Augen der rund 2000 Gäste auf einen Niederflurwagen der Leipziger Verkehrsbetriebe. Dieser war ein wichtiger Bestandteil des Weltrekordversuchs, möglichst viele Menschen in einer 27 Meter langen Straßenbahn unterzubringen. Über vierhundert Schüler der anliegenden Schulen nahmen teil und quetschten sich in die Bimmel. Auf Bequemlichkeit kam es dabei nicht an. Die Kids standen auf den Stuhllehnen, hingen an den Haltestangen und saßen übereinander auf den Sitzen. Nachdem alle Schüler verstaut waren, blieb sogar noch Luft, um einige Passanten unterzubringen. Die Auszählung ergab exakt 462 Menschen. Diese Zahl wird auch ins Guinness Buch der Rekorde aufgenommen. Normalerweise bietet ein NGT8 68 Sitz- und etwa 87 Stehplätze.

Nachdem die Straßenbahnen die Brücke verlassen hatten, übernahmen die Händler der Elster-Passage und der anliegenden Geschäfte die Regie und feierten gemeinsam mit den Leipziger Bürgern ein Straßenfest mit Musik, Zauberern, Clowns, Puppenspielern und vielen mehr.

Neuer Haltestellentyp

Um 17.03 Uhr fuhr dann zum allerletzten Mal der Schienenersatzverkehr an der Angebrücke ab. Um 16.43 Uhr bog die letzte "4" am Goedelerring links ab, um mit Umleitung durch Schleußig zu fahren. Die nächste Bahn fuhr dann endlich wieder über die Jahnallee, Angerbrücke und die Zschochersche Straße. Dabei wurde auch zum ersten Mal eines der beiden neuen Haltestellenkaps an der Lauchstädter Straße bedient. Bei diesem Haltestellentyp wird der Fußweg bis an die Gleise gezogen, so dass die aussteigenden Fahrgäste keine Angst vor vorbeirasenden Autos haben müssen. Der nachfolgende Verkehr muss hinter der Bahn warten. Die Haltestellen wurden mit Hochbahnsteigen, Wartehallen, Info-Säulen (allerdings nur mit Soll-Fahrplan) und einem Automaten ausgestattet. Mehrere Sitzbänke und Bäume sorgen für Aufenthaltsqualität.

LVB nutzten lange Sperrzeit

Während die neue Brücke gebaut wurde, haben sich die Leipziger Verkehrsbetriebe keineswegs ausgeruht. Fast auf der gesamten Zschocherschen Straße wurden mehr oder weniger umfangreiche Baumaßnahmen durchgeführt. So trennen nun Betonborde im Bereich zwischen Lützner Straße und Erich-Zeigner-Allee die Gleise ab und halten sie vom Rückstau frei. Zwischen Felsenkeller und König-Johann-Brücke wurden die Gleise ausgebaut und durch neues Rillenschienengleis auf Betonunterguss erneuert. Dabei wurde der Gleismittenabstand vergrößert, um den Einsatz der geplanten 2,40 m breiten Stadtbahnwagen zu ermöglichen. An der Haltestelle Lauchstädter Straße entstanden zwei Haltestellenkaps (siehe oben). Zwischen König-Johann-Brücke und Adler wurden die Schäden im Gleisbereich beseitigt. Im landwärtigen Haltestellenbereich Adler wurden die vorhandenen Großverbundplatten ausgebaut und mit neuem Abstand wieder eingebaut. Die Weichen in Richtung Grünau wurden erneuert. Gleichzeitig wurde die landwärtige Haltestelleninsel umgestaltet. Auch sie besitzt jetzt einen Hochbahnsteig und einen Fahrkartenautomaten. Außerdem wurde ein dynamischer Fahrgastinformationsanzeiger installiert, der funkgesteuert die tatsächliche Ankunftszeit der Linien 3 und 4 anzeigen kann.

Stichwort "König-Johann-Brücke"

Die König-Johann-Brücke wurde vor rund 130 Jahren gebaut und überspannt den Plagwitzer Karl-Heine-Kanal und den parallel verlaufenden Radweg. Im Oktober 1997 musste die baufällige Brücke abgerissen werden. Anschließend wurde sie nach historischem Vorbild neu errichtet. Dadurch wurde die Zschochersche Straße unterbrochen und der Verkehr musste umgeleitet werden. Lediglich für die Fußgänger wurde über der Baustelle eine provisorische Brücke aus Stahl und Holz errichtet.

29.03.1999



Aktion "Fairkehr" gegen Schwarzfahrer

Die Leipziger Verkehrsbetriebe setzen auch in diesem Jahr ihre Aktion "Fairkehr" fort. Ziel dieser verstärkten Fahrscheinkontrollen ist es, Präsenz zu zeigen und natürlich Schwarzfahrer zu stellen. Die letzte Aktion fand am 17. Mäz in der Zeit von 18.00 bis 23.30 Uhr auf den Linien Richtung Lausen, Miltitz und Paunsdorf statt. Dabei kontrollierten zehn Fahrausweisprüfer und 25 Polizisten 1617 Fahrgäste. Davon konnten 143 Passagiere keinen gültigen Fahrausweis vorweisen. Fünf Personen mussten zur Idenditätsfeststellung der Polizei übergeben werden.

Die Schwarzfahrerquote lag mit 8,84 % erheblich über dem Jahresdurchschnitt 1998 mit vier Prozent Schwarzfahrern und Einnahmeverlusten in Höhe von drei Millionen Mark. Mit der Verdreifachung der Anzahl der Fahrausweisprüfer und einer weiteren Verstärkung der Kontrollen - auch gemeinsam mit der Polizei - reagieren die LVB auf die schlechte Zahlungsmoral vieler Fahrgäste.

29.03.1999



Großes Straßenfest an König-Johann-Brücke

Am 27. März 1999 wird die neugebaute König-Johann-Brücke in Plagwitz mit einem großen Straßenfest dem Verkehr übergeben. Dafür haben die Händler der Zschocherschen Straße und auch die Leipziger Verkehrsbetriebe zahlreiche Aktionen vorbereitet. Das Fest startet um 10.00 Uhr an der neugestalteten Haltestelle Lauchstädter Straße. Wenig später rollen Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee und Bürgermeister Peter Kaminski mit zwei Straßenbahnen an, um anschließend das berühmte Band zu durchschneiden. Dieser Akt wird von Böllerschüssen und Luftballons begleitet.

Ein weiterer Höhepunkt des Tages ist ein Rekordversuch der Leipziger Verkehrsbetriebe: Wieviele Menschen passen in eine 27 m lange Straßenbahn, also in einen NGT8? Eigentlich etwa 150, aber bei der Generalprobe in der letzten Woche kamen sage und schreibe 396 Menschen in diesem Gefährt unter. Diese Zahl soll am Samstag mit einigem Biegen und Brechen noch überboten werden.

Ab dem späten Nachmittag werden dann endlich wieder die ersten Straßenbahnen der Linie 4 über die Brücke fahren. Damit ist die Umleitung durch Schleußig - sie besteht seit dem 5. Oktober 1997 - beendet und es wird wieder die ursprüngliche Route über Zschochersche Straße - Felsenkeller - Angerbrücke - Jahnallee gefahren. Der Schienenersatzverkehr zwischen Angerbrücke und Adler wird eingestellt.

Derweil wird in der Zschocherschen Straße noch gefeiert. Mit dabei sind unter anderem eine kleine Eisfabrik, ein historisches Kinderkarussel, Ballonmodellierer Drehorgelspieler, Zauberer, Clowns und Stelzenläufer. Auch für das leibliche Wohl wird gesorgt sein.

Einen ausführlichen Bericht über das Straßenfest und über die Baumaßnahmen werden Sie hier in der Woche nach der Freigabe finden.

22.03.1999



Fahrplanänderung wegen Umstellung auf Sommerzeit

Am 28. März 1999 beginnt die mitteleuropäische Sommerzeit, d.h. um 2.00 Uhr werden die Uhren um eine Stunde auf 3.00 Uhr vorgestellt. Deshalb entfällt die Runde mit Abfahrt um 2.22 Uhr ab Hauptbahnhof auf allen Linien. Die nächste Abfahrt erfolgt erst um 3.33 Uhr Sommerzeit.

22.03.1999



Stadtbahnlinie 11: Karl-Liebknecht-Straße wird umgebaut

Noch in diesem Jahr sollen die ersten Arbeiten für den Umbau der Linie 11 zur Stadtbahnlinie beginnen. Zunächst wird die Karl-Liebknecht-Straße zwischen Kurt-Eisner-Straße und Arndtstraße umgestaltet. Sowohl die Gleise als auch die Fahrbahnen und Gehwege werden vollständig erneuert. Enstprechend der derzeitigen gelben Fahrbahnmarkierung wird es künftig nur noch je einen Fahrstreifen neben den Gleisen geben. Dafür entstehen neue Radwege und Parktaschen. Die Haltestellen Kurt-Eisner-Straße und Arndtstraße erhalten - wie auf den Stadtbahntrassen üblich - Hochbahnsteige, Wartehallen, Fahrkartenautomaten, Sitzmöglichkeiten und dynamische Fahrgastinformationsanzeiger. Weiterhin wird der sogenannte Südplatz umgebaut und das Umfeld verbessert. Baubeginn soll in der zweiten Jahreshälfte 1999 sein.

Die Abschnitte zwischen Kurt-Eisner-Straße und Connewitzer Kreuz werden wahrscheinlich erst im Jahr 2002 umgebaut. Dort und auch in dem oben beschriebenen Abschnitt gibt es bereits einen besonderen Bahnkörper. Allerdings ist der Gleismittenabstand zu gering für die geplanten 2,40 m breiten Fahrzeuge. Außerdem ist eine Neuordnung des Straßenraumes erforderlich, um die Qualität des Umfeldes zu erhöhen.

Im Abschnitt zwischen Schenkendorfstraße und Peterssteinweg besteht hingegen noch kein besonderer Bahnkörper. Vor allem im Bereich der LVB-Hauptverwaltung ist zu wenig Platz, um einen solchen zu errichten. Deshalb wird man hier nach innovative Lösungen wie moderner Signalbeeinflussung oder auch Haltestellenkaps suchen müssen. Auch hier wird mit dem Baubeginn nicht vor 2002 zu rechnen sein.

Anm.: Sollte man sich entschließen, die Georg-Schumann-Straße erst nach Fertigstellung der neuen B6 umzubauen, kann es zu Verschiebungen bei den Bauterminen kommen. Ursprünglich waren für 1999 der Umbau der Georg-Schumann-Straße zwischen Lützowstraße und Wiederitzscher Straße sowie der Lützner Straße zwischen Brünner und Plautstraße geplant. Von beiden Projekten hört man derzeit ziemlich wenig. Dafür werden die Projekte "Rudolf-Breitscheid-Straße" und "Karl-Liebknecht-Straße" bereits 1999 durchgeführt, obwohl sie erst für 2000 geplant waren. Jedenfalls wird so keine Zeit verschwendet. Für den rechtzeitigen Start an der Lützner Straße habe ich noch Hoffnung. Schließlich sind die Planungen für diesen Abschnitt abgeschlossen.

Stadtbahnlinie 15: Lützner Straße wird umgewidmet

29.07.98: Streit über Georg-Schumann-Straße beigelegt

15.03.1999



Stadtbahnlinie 15: Lützner Straße wird umgewidmet

Die Bundesstraße B87 soll zwischen Kiewer Straße und Merseburger Straße künftig nicht mehr über die Lützner Straße, sondern über die Kiewer, Lyoner und Merseburger Straße führen. Dann kann die Lützner Straße in diesem Abschnitt weniger problematisch auf Stadtbahnniveau umgestaltet werden. Außerdem wird so der Bundesstraßenverkehr aus dem bewohnten Gebiet herausgehalten.

Beim Bau des besonderen Bahnkörpers muss die derzeit vierspurige Lützner Straße in großen Abschnitten auf zwei Fahrspuren zurückgebaut werden. Bei der Diskussion zur Georg-Schumann-Straße (B6) kann man beobachten, dass sich das Regierungspräsidium etwas schwer tut, solche Einschnitte zu genehmigen. Dort soll das Problem durch eine vierspurige Neubautrasse gelöst werden. Die "neue" B87 führt hingegen zum Großteil sogar über lediglich zweispurige Straßen.

Für die Umwidmung muss nun noch ein Antrag beim Leipziger Regierungspräsidium gestellt werden. Die Änderungen werden dann voraussichtlich im nächsten Jahr in Kraft treten. Langfristig soll die B87 einmal über die Ludwig-Hupfeld-Straße und Gustav-Esche-Straße zum S-Bahnhof Waren führen, wo sie auf die neue B6 stößt. Mit dieser geht es dann weiter über die Max-Liebermann- und Essener Straße bis zur Torgauer Straße. Dieser Nordabschnitt des Mittleren Rings wird aber wohl erst um 2010 fertig sein.

29.07.98: Streit über Georg-Schumann-Straße beigelegt

15.03.1999



Gleise in der Arthur-Hoffmann-Straße werden saniert

Im zweiten Quartal dieses Jahres führen die LVB in der Arthur-Hoffmann-Straße eine Gleisrekonstruktion durch. Etwa 49 Großverbundplatten werden ausgebaut, neu gebettet und wieder eingebaut. Weitere neun Platten werden durch modernes Rillenschienengleis auf Betonunterguss ersetzt. Mit einem neuen Deckenschluss aus Beton und Asphalt werden die vorhandenen Schäden im Gleisbereich beseitigt. In welchem Abschnitt der Straße gebaut wird, ist uns noch nicht bekannt.

15.03.1999



Stadtbahnlinie 16: Unter der Brücke tut sich was

Nachdem während des Winters an der Neuen Zwickauer Straße weit und breit kein Bauarbeiter zu sehen war, scheint sich nun wieder etwas zu tun. Am 1. März 1999 wurden Profilfreihalter an den vier Gleisen zwischen den S-Bahn-Haltepunkten Völkerschlachtdenkmal und Marienbrunn befestigt, die die Bauarbeiter vor fahrenden Zügen schützen sollen. Die zweigleisige Verbindungskurve in Richtung Bayerischer Bahnhof wurde für den Eisenbahnverkehr gesperrt. Denn auf diesen Schienen fährt nun ein Bagger, der auch schon mit Grabungen neben den Schienen begonnen hat. Schließlich müssen zwei Fahrleitungsmasten, die der künftigen Brücke im Weg stehen, entfernt und durch neue ersetzt werden.

Danach können die Arbeiten an der Brücke beginnen. Wenn alles nach Plan verläuft, müsste die komplette Strecke Anfang 2000 fertiggestellt sein. Ob sie dann allerdings im Linienverkehr befahren wird, ist noch nicht sicher. Weil im nächsten Jahr der letzte Abschnitt der Linie 16 - die Philipp-Rosenthal-Straße - umgebaut werden soll, würden die Bahnen gleich wieder durch eine Baustelle fahren. Außerdem erreichen die LVB in der Arthur-Hoffmann-Straße (bisherige Strecke) mehr Fahrgäste, als wenn sie durch das weitestgehend unbebaute Gebiet der Neuen Zwickauer Straße fahren.

Die Stadt wertet den Bau der Straße samt Stadtbahn dennoch als wichtigen Schritt für die Entwicklung des Areals der alten Messe. So war diese Trasse eine Voraussetzung für die Ansiedlung des Max-Planck-Instituts am Deutschen Platz. Die Bauarbeiten hierfür sollen noch in diesem Jahr beginnen. Ebenfalls noch in diesem Jahr will der Automobilhersteller BMW an der Haltestelle Zwickauer Str. / Richard-Lehmann-Straße seine Leipziger Hauptniederlassung bauen. Allerdings sind noch längst nicht alle Flächen vergeben. Für Investoren ist also noch viel Platz.

Anders die Situation bei den Messehallen. Sie sind inzwischen komplett vermietet und dienen nun als Second-Hand-Warenhaus, Fernsehstudio, Diskothek, Konzerthalle oder Bürogebäude. Die Großmarkthalle - der "Kohlrabizirkus" - westlich der Trasse wird als Eislaufhalle genutzt.

Seite zur Neuen Zwickauer Straße

15.03.1999



Strategisches Investitionskonzept vorgestellt

Die Leipziger Verkehrsbetriebe haben in der vergangenen Woche im Rahmen einer Sondersitzung des Fahrgastbeirates ihr Strategisches Investitionskonzept bis zum Jahr 2006 vorgestellt. Kernpunkte sind der Ausbau des Stadtbahnnetzes, die Errichtung eines Technischen Zentrums in Heiterblick und die Neubeschaffung von Fahrzeugen. Insgesamt möchte das Unternehmen kundenorientierter arbeiten, also das Netz, die Fahrpläne und den Vertrieb stärker auf die Fahrgäste ausrichten.

Bis zum Jahr 2006 sollen die Linien 16, 15 und 11 zu Stadtbahnlinien umgebaut werden. Eine Leipziger Stadtbahnstrecke zeichnet sich durch unabhängigen Bahnkörper mit horizontaler Trennung zwischen öffentlichen Verkehr und Individualverkehr und niveaugleichen, signalgeregelten Kreuzungen aus. Die Haltestellen besitzen 22 cm hohe Bahnsteige und sind mit Wartehallen, moderner Beleuchtung und dynamischen Fahrgastinformationseinrichtungen ausgestattet. Desweiteren verkehren auf diesen Strecken moderne Niederflurfahrzeuge in kurzen Abständen, also mindestens mit 5-Minuten-Takt. Auf Stadtbahntrassen können wesentlich höhere Reisegeschwindigkeiten erzielt und somit Personal- und Betriebskosten eingespart werden.
Die Stadtbahnlinie 16 ist bereits zum Großteil fertiggestellt, die Arbeiten an der Linie 15 sollen noch in diesem Jahr beginnen. Geplante Fertigstellungstermine sind Ende 2002 für die Linie 16, 2004 für die Linie 15 und 2005 für die Linie 11. Durch die Stadtbahntrassen wird die Lebensqualität in den Stadtteilen verbessert. Der Nordabschnitt der Linie 16 ist dafür bereits ein gutes Beispiel. Weiterhin werden die Betriebskosten gesenkt und dadurch die Erträge gesteigert.

Während der Bauarbeiten wollen die Verkehrsbetriebe für eine umfassende Information der Anlieger sorgen. So werden zum Beispiel Prospekte an die Haushalte verteilt. Auf Wunsch führen die mobilen Kundenberater der LVB Hausbesuche durch, um die Fahrgäste über die Umleitungen zu informieren. Diese Marketing-Maßnahmen können wahrscheinlich durch EU-Fördermittel finanziert werden. Um an neuralgischen Punkten die Behinderungen so weit wie möglich zu reduzieren, wird auf sogenannten "Powerbaustellen" 24 Stunden am Tag im Schichtbetrieb gearbeitet.

Zweiter Kernpunkt des Investitionskonzeptes ist das Technische Zentrum der Leipziger Verkehrsbetriebe in Heiterblick. Dort entsteht eine neue Hauptwerkstatt, ein Straßenbahnhof, ein Bushof sowie ein Bürokomplex. Der Straßenbahnhof Paunsdorf und der Bushof Lindenau werden geschlossen. Im Jahr 2006 wollen die LVB neben dem Technischen Zentrum nur noch die Straßenbahnhöfe Dölitz, Wittenberger Straße und Angerbrücke betreiben. Letzterer soll eine Umfahrung erhalten, damit die Rangiervorgänge den Verkehr nicht mehr behindern. Einen Bushof wird es auf dem RVL-Gelände in Zwenkau geben.

Im Jahr 2006 wollen die Leipziger Verkehrsbetriebe etwa 390 Straßenbahnfahrzeuge und 173 Busse besitzen. Die herkömmlichen Tatrawagen T4D sollen bis dahin aus dem Leipziger Stadtbild verschwunden sein. Doch es wird auch neue Fahrzeuge geben. So liegt dem Hersteller Bombardier in Bautzen bereits eine Bestellung über 38 Niederflurbeiwagen vor. Das erste Fahrzeug soll im Sommer 2000 das erste Mal im Linienbetrieb fahren. Aus technischen Gründen können die Beiwagen aber nicht mit den NGT8 gekuppelt werden, sondern fahren stattdessen hinter den modernisierten Tatrawagen. Damit sollen auch die Fahrgäste auf stärker frequentierten Strecken den Komfort der Niederflurtechnik nutzen können. Das Design des 14 m langen Fahrzeugs wurde noch nicht festgelegt, es soll sich aber an das des Tatra B6A2 anlehnen.

Als langfristige Lösung soll ein neuer etwa 40 m langer Niederflurtriebwagen angeschafft werden. Dieser soll zwischen 2,30 m und 2,40 m breit (der Einsatz 2,40 m breiter Wagen wird derzeit geprüft) und modular aufgebaut sein. Der neue Typ, dessen Aussehen noch völlig offen ist, trägt derzeit den Arbeitstitel NGT10 bzw. NGT X und wird erstmals im Herbst 2002 durch Leipzig rollen. Im Jahr 2006 soll es davon etwa 30 Exemplare geben. Weitere Fahrzeuge des Typs NGT8 wird es dagegen nicht geben. Es hat sich herausgestellt, dass diese Fahrzeuge aufgrund ihrer geringen Kapazität und der fehlenden Traktionsmöglichkeit nicht für den Einsatz auf den Stadtbahnlinien geeignet sind. Die vorhandenen 56 Triebwagen werden daher auf den Straßenbahnlinien sowie in den Schwachlastzeiten auch auf den Stadtbahnlinien eingesetzt.

Auch im Bussektor wird es Veränderungen geben. Der Ikarus hat bald ausgedient. Dafür werden neue Fahrzeuge, darunter auch weitere Gelenkbusse, beschafft. Noch in diesem Jahr treffen fünf Midi-Busse in Leipzig ein. Sie sind etwas kleiner als normale Busse und sollen für die Erschließung des Musikviertels und der Innenstadt eingesetzt werden. Den LVB schwebt da vor allem eine Buslinie durch die Grassi- oder Ferdinand-Rhode-Straße vor.

Mit dem Strategischen Investitionskonzept soll der Anteil des ÖPNV am Gesamtverkehr wieder gesteigert werden. Dieser ging Anfang der Neunziger Jahre stark zurück und blieb in den vergangenen Jahren gleichbleibend schwach.
Bis zum Jahr 2006 werden die Leipziger Verkehrsbetriebe insgesamt 858 Millionen Mark investieren. Davon fließen 383 Millionen in die Stadtbahntrassen, 172 Millionen in das Technische Zentrum und die Betriebshöfe, 234 Millionen in die Fahrzeuge und etwa 68 Millionen Mark in "Sonstiges". Da die LVB diese Gelder nicht allein aufbringen können, sucht das Unternehmen Partner aus Industrie und Banken.

01.03.1999

 
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