König-Johann-Brücke: Straßenfest, Weltrekord, neuer Haltestellentyp
Nach rund 18 Monaten Bauzeit - und damit früher als geplant - wurde am 27. März
die König-Johann-Brücke in Plagwitz eingeweiht. Neben Oberbürgermeister
Wolfgang Tiefensee und Bürgermeister Peter Kaminski erschien auch König Johann
"persönlich", um nach einer kurzen Ansprache gemeinsam das symbolische Band
zu durchschneiden.
Weltrekord
Anschließend richteten sich die Augen der rund 2000 Gäste auf einen Niederflurwagen
der Leipziger Verkehrsbetriebe. Dieser war ein wichtiger Bestandteil des Weltrekordversuchs,
möglichst viele Menschen in einer 27 Meter langen Straßenbahn unterzubringen. Über
vierhundert Schüler der anliegenden Schulen nahmen teil und quetschten sich in die Bimmel.
Auf Bequemlichkeit kam es dabei nicht an. Die Kids standen auf den Stuhllehnen, hingen an den Haltestangen
und saßen übereinander auf den Sitzen. Nachdem alle Schüler verstaut waren, blieb sogar noch
Luft, um einige Passanten unterzubringen. Die Auszählung ergab exakt 462 Menschen. Diese Zahl wird
auch ins Guinness Buch der Rekorde aufgenommen. Normalerweise
bietet ein NGT8 68 Sitz- und etwa 87 Stehplätze.
Nachdem die Straßenbahnen die Brücke verlassen hatten, übernahmen die Händler
der Elster-Passage und der anliegenden Geschäfte die Regie und feierten gemeinsam mit den Leipziger
Bürgern ein Straßenfest mit Musik, Zauberern, Clowns, Puppenspielern und vielen mehr.
Neuer Haltestellentyp
Um 17.03 Uhr fuhr dann zum allerletzten Mal der Schienenersatzverkehr an der Angebrücke ab. Um 16.43 Uhr
bog die letzte "4" am Goedelerring links ab, um mit Umleitung durch Schleußig zu fahren. Die
nächste Bahn fuhr dann endlich wieder über die Jahnallee, Angerbrücke und die Zschochersche Straße.
Dabei wurde auch zum ersten Mal eines der beiden neuen Haltestellenkaps an der Lauchstädter Straße bedient.
Bei diesem Haltestellentyp wird der Fußweg bis an die Gleise gezogen, so dass die aussteigenden Fahrgäste
keine Angst vor vorbeirasenden Autos haben müssen. Der nachfolgende Verkehr muss hinter der Bahn warten.
Die Haltestellen wurden mit Hochbahnsteigen, Wartehallen, Info-Säulen (allerdings nur mit Soll-Fahrplan) und einem
Automaten ausgestattet. Mehrere Sitzbänke und Bäume sorgen für Aufenthaltsqualität.
LVB nutzten lange Sperrzeit
Während die neue Brücke gebaut wurde, haben sich die Leipziger Verkehrsbetriebe keineswegs ausgeruht.
Fast auf der gesamten Zschocherschen Straße wurden mehr oder weniger umfangreiche Baumaßnahmen
durchgeführt. So trennen nun Betonborde im Bereich zwischen Lützner Straße und Erich-Zeigner-Allee
die Gleise ab und halten sie vom Rückstau frei. Zwischen Felsenkeller und König-Johann-Brücke
wurden die Gleise ausgebaut und durch neues Rillenschienengleis auf Betonunterguss erneuert. Dabei wurde der Gleismittenabstand
vergrößert, um den Einsatz der geplanten 2,40 m breiten Stadtbahnwagen zu ermöglichen. An der Haltestelle
Lauchstädter Straße entstanden zwei Haltestellenkaps (siehe oben). Zwischen König-Johann-Brücke
und Adler wurden die Schäden im Gleisbereich beseitigt. Im landwärtigen Haltestellenbereich Adler wurden die
vorhandenen Großverbundplatten ausgebaut und mit neuem Abstand wieder eingebaut. Die Weichen in Richtung
Grünau wurden erneuert. Gleichzeitig wurde die landwärtige Haltestelleninsel umgestaltet. Auch sie besitzt jetzt
einen Hochbahnsteig und einen Fahrkartenautomaten. Außerdem wurde ein dynamischer Fahrgastinformationsanzeiger
installiert, der funkgesteuert die tatsächliche Ankunftszeit der Linien 3 und 4 anzeigen kann.
Stichwort "König-Johann-Brücke"
Die König-Johann-Brücke wurde vor rund 130 Jahren gebaut und überspannt den Plagwitzer
Karl-Heine-Kanal und den parallel verlaufenden Radweg. Im Oktober 1997 musste die baufällige Brücke
abgerissen werden. Anschließend wurde sie nach historischem Vorbild neu errichtet. Dadurch wurde die
Zschochersche Straße unterbrochen und der Verkehr musste umgeleitet werden. Lediglich für die Fußgänger
wurde über der Baustelle eine provisorische Brücke aus Stahl und Holz errichtet.
29.03.1999
Großes Straßenfest an König-Johann-Brücke
Am 27. März 1999 wird die neugebaute König-Johann-Brücke in Plagwitz
mit einem großen Straßenfest dem Verkehr übergeben. Dafür haben die Händler
der Zschocherschen Straße und auch die Leipziger Verkehrsbetriebe zahlreiche
Aktionen vorbereitet. Das Fest startet um 10.00 Uhr an der neugestalteten
Haltestelle Lauchstädter Straße. Wenig später rollen Oberbürgermeister
Wolfgang Tiefensee und Bürgermeister Peter Kaminski mit zwei Straßenbahnen an,
um anschließend das berühmte Band zu durchschneiden. Dieser Akt wird von Böllerschüssen
und Luftballons begleitet.
Ein weiterer Höhepunkt des Tages ist ein Rekordversuch der Leipziger Verkehrsbetriebe:
Wieviele Menschen passen in eine 27 m lange Straßenbahn, also in einen NGT8? Eigentlich
etwa 150, aber bei der Generalprobe in der letzten Woche kamen sage und schreibe 396 Menschen
in diesem Gefährt unter. Diese Zahl soll am Samstag mit einigem Biegen und Brechen noch
überboten werden.
Ab dem späten Nachmittag werden dann endlich wieder die ersten Straßenbahnen der Linie 4
über die Brücke fahren. Damit ist die Umleitung durch Schleußig - sie besteht seit
dem 5. Oktober 1997 - beendet und es wird wieder die ursprüngliche Route über
Zschochersche Straße - Felsenkeller - Angerbrücke - Jahnallee gefahren. Der Schienenersatzverkehr
zwischen Angerbrücke und Adler wird eingestellt.
Derweil wird in der Zschocherschen Straße noch gefeiert. Mit dabei sind unter anderem
eine kleine Eisfabrik, ein historisches Kinderkarussel, Ballonmodellierer Drehorgelspieler, Zauberer, Clowns und
Stelzenläufer. Auch für das leibliche Wohl wird gesorgt sein.
Einen ausführlichen Bericht über das Straßenfest und über die Baumaßnahmen
werden Sie hier in der Woche nach der Freigabe finden.
22.03.1999
Stadtbahnlinie 11: Karl-Liebknecht-Straße wird umgebaut
Noch in diesem Jahr sollen die ersten Arbeiten für den Umbau der Linie 11 zur Stadtbahnlinie beginnen.
Zunächst wird die Karl-Liebknecht-Straße zwischen Kurt-Eisner-Straße und Arndtstraße
umgestaltet. Sowohl die Gleise als auch die Fahrbahnen und Gehwege werden vollständig erneuert.
Enstprechend der derzeitigen gelben Fahrbahnmarkierung wird es künftig nur noch je einen Fahrstreifen
neben den Gleisen geben. Dafür entstehen neue Radwege und Parktaschen. Die Haltestellen
Kurt-Eisner-Straße und Arndtstraße erhalten - wie auf den Stadtbahntrassen üblich -
Hochbahnsteige, Wartehallen, Fahrkartenautomaten, Sitzmöglichkeiten und dynamische
Fahrgastinformationsanzeiger. Weiterhin wird der sogenannte Südplatz umgebaut und
das Umfeld verbessert. Baubeginn soll in der zweiten Jahreshälfte 1999 sein.
Die Abschnitte zwischen Kurt-Eisner-Straße und Connewitzer Kreuz werden wahrscheinlich erst
im Jahr 2002 umgebaut. Dort und auch in dem oben beschriebenen Abschnitt gibt es bereits einen besonderen
Bahnkörper. Allerdings ist der Gleismittenabstand zu gering für die geplanten 2,40 m breiten Fahrzeuge.
Außerdem ist eine Neuordnung des Straßenraumes erforderlich, um die Qualität des
Umfeldes zu erhöhen.
Im Abschnitt zwischen Schenkendorfstraße und Peterssteinweg besteht hingegen noch kein
besonderer Bahnkörper. Vor allem im Bereich der LVB-Hauptverwaltung ist zu wenig Platz, um einen
solchen zu errichten. Deshalb wird man hier nach innovative Lösungen wie moderner Signalbeeinflussung
oder auch Haltestellenkaps suchen müssen. Auch hier wird mit dem Baubeginn nicht vor 2002
zu rechnen sein.
Anm.: Sollte man sich entschließen, die Georg-Schumann-Straße erst nach Fertigstellung
der neuen B6 umzubauen, kann es zu Verschiebungen bei den Bauterminen kommen.
Ursprünglich waren für 1999 der Umbau der Georg-Schumann-Straße zwischen Lützowstraße
und Wiederitzscher Straße sowie der Lützner Straße zwischen Brünner und Plautstraße
geplant. Von beiden Projekten hört man derzeit ziemlich wenig. Dafür werden die Projekte "Rudolf-Breitscheid-Straße"
und "Karl-Liebknecht-Straße" bereits 1999 durchgeführt, obwohl sie erst für 2000 geplant waren.
Jedenfalls wird so keine Zeit verschwendet. Für den rechtzeitigen Start an der Lützner Straße habe
ich noch Hoffnung. Schließlich sind die Planungen für diesen Abschnitt abgeschlossen.
Stadtbahnlinie 15: Lützner Straße wird umgewidmet
29.07.98: Streit über Georg-Schumann-Straße beigelegt
15.03.1999
Stadtbahnlinie 15: Lützner Straße wird umgewidmet
Die Bundesstraße B87 soll zwischen Kiewer Straße und
Merseburger Straße künftig nicht mehr über die Lützner Straße,
sondern über die Kiewer, Lyoner und Merseburger Straße führen.
Dann kann die Lützner Straße in diesem Abschnitt weniger problematisch
auf Stadtbahnniveau umgestaltet werden. Außerdem wird so der Bundesstraßenverkehr
aus dem bewohnten Gebiet herausgehalten.
Beim Bau des besonderen Bahnkörpers muss die derzeit vierspurige
Lützner Straße in großen Abschnitten auf zwei Fahrspuren zurückgebaut
werden. Bei der Diskussion zur Georg-Schumann-Straße (B6) kann man beobachten,
dass sich das Regierungspräsidium etwas schwer tut, solche Einschnitte zu genehmigen.
Dort soll das Problem durch eine vierspurige Neubautrasse gelöst werden. Die "neue"
B87 führt hingegen zum Großteil sogar über lediglich zweispurige Straßen.
Für die Umwidmung muss nun noch ein Antrag beim Leipziger Regierungspräsidium
gestellt werden. Die Änderungen werden dann voraussichtlich im nächsten Jahr in Kraft
treten. Langfristig soll die B87 einmal über die Ludwig-Hupfeld-Straße und Gustav-Esche-Straße
zum S-Bahnhof Waren führen, wo sie auf die neue B6 stößt. Mit dieser geht es dann weiter
über die Max-Liebermann- und Essener Straße bis zur Torgauer Straße. Dieser Nordabschnitt
des Mittleren Rings wird aber wohl erst um 2010 fertig sein.
29.07.98: Streit über Georg-Schumann-Straße beigelegt
15.03.1999
Stadtbahnlinie 16: Unter der Brücke tut sich was
Nachdem während des Winters an der Neuen Zwickauer Straße weit und breit kein Bauarbeiter
zu sehen war, scheint sich nun wieder etwas zu tun. Am 1. März 1999 wurden Profilfreihalter an den vier
Gleisen zwischen den S-Bahn-Haltepunkten Völkerschlachtdenkmal und Marienbrunn befestigt, die die
Bauarbeiter vor fahrenden Zügen schützen sollen. Die zweigleisige Verbindungskurve in
Richtung Bayerischer Bahnhof wurde für den Eisenbahnverkehr gesperrt. Denn auf diesen Schienen
fährt nun ein Bagger, der auch schon mit Grabungen neben den Schienen begonnen hat.
Schließlich müssen zwei Fahrleitungsmasten, die der künftigen
Brücke im Weg stehen, entfernt und durch neue ersetzt werden.
Danach können die Arbeiten an der Brücke
beginnen. Wenn alles nach Plan verläuft, müsste die komplette Strecke Anfang 2000
fertiggestellt sein. Ob sie dann allerdings im Linienverkehr befahren wird, ist noch nicht sicher. Weil im
nächsten Jahr der letzte Abschnitt der Linie 16 - die Philipp-Rosenthal-Straße - umgebaut
werden soll, würden die Bahnen gleich wieder durch eine Baustelle fahren. Außerdem
erreichen die LVB in der Arthur-Hoffmann-Straße (bisherige Strecke) mehr Fahrgäste, als
wenn sie durch das weitestgehend unbebaute Gebiet der Neuen Zwickauer Straße fahren.
Die Stadt wertet den Bau der Straße samt Stadtbahn dennoch als wichtigen
Schritt für die Entwicklung des Areals der alten Messe. So war diese Trasse eine Voraussetzung
für die Ansiedlung des Max-Planck-Instituts am Deutschen Platz. Die Bauarbeiten hierfür
sollen noch in diesem Jahr beginnen. Ebenfalls noch in diesem Jahr will der Automobilhersteller BMW
an der Haltestelle Zwickauer Str. / Richard-Lehmann-Straße seine Leipziger Hauptniederlassung
bauen. Allerdings sind noch längst nicht alle Flächen vergeben. Für Investoren
ist also noch viel Platz.
Anders die Situation bei den Messehallen. Sie sind inzwischen komplett vermietet und dienen nun als
Second-Hand-Warenhaus, Fernsehstudio, Diskothek, Konzerthalle oder Bürogebäude. Die
Großmarkthalle - der "Kohlrabizirkus" - westlich der Trasse wird als Eislaufhalle
genutzt.
Seite zur Neuen Zwickauer Straße
15.03.1999
Strategisches Investitionskonzept vorgestellt
Die Leipziger Verkehrsbetriebe haben in der vergangenen Woche im Rahmen
einer Sondersitzung des Fahrgastbeirates ihr Strategisches Investitionskonzept bis zum
Jahr 2006 vorgestellt. Kernpunkte sind der Ausbau des Stadtbahnnetzes, die Errichtung
eines Technischen Zentrums in Heiterblick und die Neubeschaffung von Fahrzeugen.
Insgesamt möchte das Unternehmen kundenorientierter arbeiten, also das Netz,
die Fahrpläne und den Vertrieb stärker auf die Fahrgäste ausrichten.
Bis zum Jahr 2006 sollen die Linien 16, 15 und 11 zu Stadtbahnlinien umgebaut
werden. Eine Leipziger Stadtbahnstrecke zeichnet sich durch unabhängigen Bahnkörper
mit horizontaler Trennung zwischen öffentlichen Verkehr und Individualverkehr und
niveaugleichen, signalgeregelten Kreuzungen aus. Die Haltestellen besitzen 22 cm hohe
Bahnsteige und sind mit Wartehallen, moderner Beleuchtung und dynamischen Fahrgastinformationseinrichtungen
ausgestattet. Desweiteren verkehren auf diesen Strecken moderne Niederflurfahrzeuge in kurzen
Abständen, also mindestens mit 5-Minuten-Takt. Auf Stadtbahntrassen können wesentlich
höhere Reisegeschwindigkeiten erzielt und somit Personal- und Betriebskosten eingespart werden.
Die Stadtbahnlinie 16 ist bereits zum Großteil fertiggestellt, die Arbeiten an der Linie 15
sollen noch in diesem Jahr beginnen. Geplante Fertigstellungstermine sind Ende 2002 für die Linie 16, 2004 für die Linie 15 und
2005 für die Linie 11. Durch die Stadtbahntrassen wird die Lebensqualität in den Stadtteilen verbessert. Der Nordabschnitt
der Linie 16 ist dafür bereits ein gutes Beispiel. Weiterhin werden die Betriebskosten gesenkt und dadurch die Erträge gesteigert.
Während der Bauarbeiten wollen die Verkehrsbetriebe für eine umfassende
Information der Anlieger sorgen. So werden zum Beispiel Prospekte an die Haushalte verteilt.
Auf Wunsch führen die mobilen Kundenberater der LVB Hausbesuche durch,
um die Fahrgäste über die Umleitungen zu informieren. Diese Marketing-Maßnahmen
können wahrscheinlich durch EU-Fördermittel finanziert werden.
Um an neuralgischen Punkten die Behinderungen so weit wie möglich zu reduzieren, wird auf
sogenannten "Powerbaustellen" 24 Stunden am Tag im Schichtbetrieb gearbeitet.
Zweiter Kernpunkt des Investitionskonzeptes ist das Technische Zentrum der Leipziger Verkehrsbetriebe in Heiterblick.
Dort entsteht eine neue Hauptwerkstatt, ein Straßenbahnhof, ein Bushof sowie
ein Bürokomplex. Der Straßenbahnhof Paunsdorf und der Bushof Lindenau
werden geschlossen. Im Jahr 2006 wollen die LVB neben dem Technischen Zentrum nur noch
die Straßenbahnhöfe Dölitz, Wittenberger Straße und Angerbrücke
betreiben. Letzterer soll eine Umfahrung erhalten, damit die Rangiervorgänge den Verkehr nicht
mehr behindern. Einen Bushof wird es auf dem RVL-Gelände in Zwenkau geben.
Im Jahr 2006 wollen die Leipziger Verkehrsbetriebe etwa 390 Straßenbahnfahrzeuge und
173 Busse besitzen. Die herkömmlichen Tatrawagen T4D sollen bis dahin aus dem Leipziger
Stadtbild verschwunden sein. Doch es wird auch neue Fahrzeuge geben. So liegt dem Hersteller
Bombardier in Bautzen bereits eine Bestellung über 38 Niederflurbeiwagen vor. Das erste Fahrzeug
soll im Sommer 2000 das erste Mal im Linienbetrieb fahren. Aus technischen Gründen können
die Beiwagen aber nicht mit den NGT8 gekuppelt werden, sondern fahren stattdessen hinter den
modernisierten Tatrawagen. Damit sollen auch die Fahrgäste auf stärker frequentierten
Strecken den Komfort der Niederflurtechnik nutzen können. Das Design des 14 m langen Fahrzeugs wurde noch nicht festgelegt,
es soll sich aber an das des Tatra B6A2 anlehnen.
Als langfristige Lösung soll ein neuer etwa 40 m langer Niederflurtriebwagen angeschafft werden.
Dieser soll zwischen 2,30 m und 2,40 m breit (der Einsatz 2,40 m breiter Wagen wird derzeit geprüft)
und modular aufgebaut sein. Der neue Typ, dessen Aussehen noch völlig offen ist, trägt derzeit den Arbeitstitel NGT10 bzw. NGT X
und wird erstmals im Herbst 2002 durch Leipzig rollen. Im Jahr 2006 soll es davon etwa 30 Exemplare geben.
Weitere Fahrzeuge des Typs NGT8 wird es dagegen nicht geben. Es hat sich herausgestellt, dass diese
Fahrzeuge aufgrund ihrer geringen Kapazität und der fehlenden Traktionsmöglichkeit
nicht für den Einsatz auf den Stadtbahnlinien geeignet sind. Die vorhandenen 56 Triebwagen
werden daher auf den Straßenbahnlinien sowie in den Schwachlastzeiten auch auf den
Stadtbahnlinien eingesetzt.
Auch im Bussektor wird es Veränderungen geben. Der Ikarus hat bald ausgedient.
Dafür werden neue Fahrzeuge, darunter auch weitere Gelenkbusse, beschafft. Noch in diesem
Jahr treffen fünf Midi-Busse in Leipzig ein. Sie sind etwas kleiner als normale Busse und
sollen für die Erschließung des Musikviertels und der Innenstadt eingesetzt werden.
Den LVB schwebt da vor allem eine Buslinie durch die Grassi- oder Ferdinand-Rhode-Straße vor.
Mit dem Strategischen Investitionskonzept soll der Anteil des ÖPNV am Gesamtverkehr wieder
gesteigert werden. Dieser ging Anfang der Neunziger Jahre stark zurück und blieb in den
vergangenen Jahren gleichbleibend schwach.
Bis zum Jahr 2006 werden die Leipziger Verkehrsbetriebe insgesamt 858 Millionen Mark
investieren. Davon fließen 383 Millionen in die Stadtbahntrassen, 172 Millionen in das
Technische Zentrum und die Betriebshöfe, 234 Millionen in die Fahrzeuge und etwa 68 Millionen
Mark in "Sonstiges". Da die LVB diese Gelder nicht allein aufbringen können,
sucht das Unternehmen Partner aus Industrie und Banken.
01.03.1999