Archiv - März 1998




Mitteldeutscher Verkehrsverbund gegründet

Was eigentlich schon für 1997 geplant war, ist am 27.03.98 nun endlich vollzogen worden: die Gründung des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV). Mit ihm sollen nun die Fahrpläne und die Tarifsysteme im Großraum Leipzig-Halle vereinheitlicht werden. Zum MDV gehören die Städte Halle und Leipzig sowie die Kreise Leipziger Land, Delitzsch, Saalkreis und Merseburg-Querfurt. Ab 1999 soll es mit einem neuen Tarifsystem losgehen. Allerdings steht noch nicht fest, ob dies schon am 1. Januar oder erst zum Fahrplanwechsel Ende Mai geschehen soll.

29.03.98

PDS erarbeitet Konzept für Regional-Straßenbahn

Die Stadtratsfraktion der PDS hat am 26. März auf einem Forum im Kulturraum des Straßenbahnhofs Wittenberger Straße neben dem Entwurf des Nahverkehrsplanes auch die Ergebnisse einer Studie über Alternativen zum umstrittenen S-Bahn-Tunnel vorgestellt. Die Vertreter der Partei machten klar, dass die PDS aufgrund der hohen Bau- und Betriebskosten (Baukosten: 850 Mio. Mark) gegen das Tunnel-Projekt ist.

Deshalb hat sie ein Alternativkonzept entwerfen lassen, nach dem in Leipzig ein Regional-Straßenbahnsystem nach Karlsruher Vorbild entwickelt werden soll. Für den Übergang vom LVB- ins DB-Netz wurden drei Verknüpfungspunkte vorgeschlagen: Bayerischer Bahnhof, Hauptbahnhof (Ost und West) sowie Bahnhof Plagwitz. So soll ein fließender Übergang zwischen Straßenbahn und Regionalbahn entstehen. Um das Spurweitenproblem zu lösen (Straßenbahnspurweite ist 2,3 cm größer als Regelspur), wurden folgende Lösungsansätze erarbeitet:

  • Vierschienengleis
  • Spurwechselradsätze
    Die Radsätze werden auf der Achse verschoben
    Nachteil: Das Verfahren ist kompliziert und störungsanfällig; Mehrgewicht
  • Ausnutzung der Möglichkeit, dass DB-Gleise eine Spurweite von bis zu 1465 mm (normal: 1435 mm) haben dürfen. Die DB-Gleise müssten verbreitert und zu Rillenschienengleisen umgebaut werden. Die Fahrzeuge zentrieren sich dann auf dem Gleis.
Das sind alles Überlegungen. Mit der konkreten technischen Umsetzung müsse man sich noch genauer beschäftigen.

Als Vorteil der Regional-Straßenbahn wurde genannt, dass man sich hier nicht wie beim Tunnel auf eine einzige Strecke beschränke, sondern das dichte Leipziger Straßenbahnnetz flexibel ausnutze. Nach Möglichkeit will man langfristig alle elektrifizierten Strecken in das Projekt mit einbeziehen.

Auf dem Forum wurde aber auch auf den Nahverkehrsplan eingegangen. Viele Knautkleeberger protestierten gegen die geplante Stilllegung des Abschnitts Großzschocher - Knautkleeberg. Die PDS bekundete, dass sie auch gegen diese Maßnahme sei und machte darauf aufmerksam, dass der Nahverkehrsplan noch nicht vom Stadtrat beschlossen wurde und somit noch geändert werden kann. Der zuständige Amtsleiter Walter Stein sagte, dass man über drei verschiedene Lösungen nachdenkt: die Umstellung auf Busbetrieb, Ausbau der Straßenbahn in Richtung Hartmannsdorf oder auch eine Art Karlsruher Modell.

Der letzte Vorschlag ist allerdings nicht im Nahverkehrsplan enthalten. Überhaupt steht im Entwurf des Nahverkehrsplanes nichts über eine Verschmelzung von Straßenbahn und Regionalbahn. So ist in diesem Papier für die S-Bahn nur die Tunnelvariante berücksichtigt worden, weil die Grünen und die PDS ihre oberirdischen Alternativen erst später vorgestellt haben.

Die Gäste Walter Stein und Holger Flache hörten an diesem Abend zum ersten Mal von der Studie der PDS zur Regionalstadtbahn. Stein wollte sich deshalb nicht dazu äußern. Holger Flache von den Leipziger Verkehrsbetrieben sagte, dass sich die LVB mit ähnlichen Dingen befassen. Man halte das Spurweitenproblem für lösbar. Kurz- und mittelfristig liege der Schwerpunkt aber auf der Modernisierung des vorhandenen Straßenbahnnetzes. So sollen als nächstes die Linien 15 und 11 nach Stadtbahnparametern ausgebaut werden. Im Flächennutzungsplan wurden aber langfristige Ausdehnungen nach Lindenthal, Liebertwolkwitz, Wachau und Portitz berücksichtigt.

Auf spezielle Punkte des Nahverkehrsplanes werden wir später an dieser Stelle eingehen.

Die Grünen stellen Alternative zum S-Bahn-Tunnel vor

Stadtverwaltung stellt Nahverkehrsplan vor

Eure Meinung zum Thema

Wir beantworten gerne eure Fragen.

29.03.98

So kommen Sie zur Buchmesse

Die Leipziger Buchmesse findet vom 26. bis 29. März erstmalig auf dem neuen Messegelände statt. Die Linien 16 und 21 fahren Sie innerhalb von ca. 18 Minuten auf einer modern ausgebauten Strecke direkt dorthin. Die Leipziger Verkehrsbetriebe werden die Anzahl der Bahnen bei Bedarf so stark erhöhen, dass mindestens alle fünf Minuten eine Bahn zur Neuen Messe fährt. Am besten steigen Sie direkt am Hauptbahnhofsvorplatz Gleis 1 in eine Bahn, die "Neue Messe" oder auch "Messegelände" beschildert hat.

Wir empfehlen Ihnen, sich noch vor Fahrtantritt eine Messe-Eintrittskarte am Messeschalter im Hauptbahnhof oder am LVB-Verkaufshäuschen direkt an der Haltestelle zu besorgen. Diese Karte berechtigt zur kostenlosen Hin- und Rückfahrt auf allen Linien der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) und einigen anderen Verkehrsunternehmen.

(Sollten Sie das nicht geschafft haben, kaufen Sie sich am Automat einen Fahrschein "1 Stunde Teilnetz" für 2,20 DM. Ihre Messe-Eintrittskarte berechtigt Sie dann immer noch zur kostenlosen Rückfahrt.)

Sie können übrigens auch mit dem Messeshuttle der Deutschen Bahn AG zur Messe fahren, das vom Gleis 13 im Hauptbahnhof startet. Die Fahrtdauer beträgt hier nur etwa 7 Minuten. Allerdings fährt dieses Shuttle nicht ganz so oft wie die Straßenbahn, und Sie müssen noch einen Fußweg von etwa 5 bis 10 Minuten bis zum Messegelände zurücklegen.

27.03.98

Straßenbahn ist pünktlicher geworden

Die Komission zur Beschleunigung des öffentlichen Personennahverkehrs hat am 19.03. die Ergebnisse ihrer bisherigen Arbeit vorgestellt. Am wirksamsten war demnach die Separierung der Straßenbahngleise wie z.B. auf der Linie 16, wodurch die Bimmel jetzt fast unabhängig vom Autoverkehr fahren kann. Wahre Wunder wirkte auch die neuartige Fahrstreifensignalisierung an der Lützner Straße Ecke Brünner Straße, wo eine von vier Fahrspuren je nach Tageszeit und Verkehrsaufkommen für die eine oder für die andere Richtung freigegeben wird. Während noch vor über einem Jahr die Straßenbahn von der Haltestelle Radiusstraße zur Grünauer Allee mitunter 15 Minuten brauchte, schafft sie die Strecke heute ohne Stau in zwei Minuten. An der eigentlichen Kreuzung - wie auch an vielen anderen Knotenpunkten in der Messestadt - erhält die Straßenbahn sofort freie Fahrt.

Noch nicht zufriedenstellend rollt (oder steht) der Verkehr in der Friedrich-Ebert-Straße und der Eisenbahnstraße. Die künftige Nordtangende durch Schönefeld soll aber den Durchgangsverkehr durch die Eisenbahnstraße reduzieren, so dass auch dort die Bahnen wieder zügiger vorankommen.

Die Kommission zur Beschleunigung des ÖPNV wurde vor sieben Jahren per Verfügung des damaligen Oberbürgermeisters ins Leben gerufen. Ihr gehören Vertreter der Leipziger Verkehrsbetriebe, der Polizei und städtischer Ämter an.

(LVZ) 22.03.98

Schon mehrere Tatra-Wagen in neuer Farbgebung

Nachdem die Leipziger Verkehrbetriebe (LVB) begonnen haben, ihren Wagen ein einheitliches Farbdesign zu verpassen, sind nun die ersten Wagen fertiggestellt. Neben dem Wagen 2049 (wir berichteten) haben nun auch die Triebwagen 2050 und 2051 einen blau-gelben Anstrich. Diese drei Wagen sind alle modernisiert und besitzen Chopper-Steuerungen. Aber auch ein erster Beiwagen (721) ist fertig. Er wurde allerdings nicht modernisiert.

Die LVB wollen in diesem Jahr insgesamt 18 Triebwagen und 10 Beiwagen im Rahmen ihrer Hauptuntersuchung (HU) ein neues Aussehen verpassen. Die ersten Fahrzeuge sollen ab der nächsten Woche auf den Linien 3 und 4 eingesetzt werden.

21.02.98: Erster T4D-M in neuer Farbgebung

09.11.97: Straßenbahn-Design wird vereinheitlicht

14.03.98 (Wagennummern ohne Gewähr)

Warnstreik legte Nahverkehr lahm

Wie angekündigt führten die Leipziger Straßenbahn- und Busfahrer am Morgen des 03.03. einen Warnstreik durch. Zwischen vier und sieben Uhr blieben alle Busse und Bahnen im Depot. Zahlreiche Leipziger kamen zu spät zur Arbeit, mussten laufen oder sich ein Taxi nehmen. Das befürchtete Verkehrschaos blieb aus. Mit dem Streik sollte Druck auf die ÖTV-Tarifverhandlungen ausgeübt werden, die Löhne und Gehälter stärker an das Westniveau anzugleichen. Die Verhandlungen sind jedoch gescheitert. Nun soll es ein Schlichtungsverfahren geben.

08.03.98

Sturm verursachte schwere Schäden

Am Mittwoch, 04.03., und Donnerstag, 05.03., fegte das Sturmtief "Elvira" über Leipzig hinweg und verursachte zahlreiche Schäden. So wurden mehrere Dächer abgedeckt und Bäume entwurzelt. Einige Menschen wurden sogar verletzt. Auch für den Straßenbahnverkehr kam es zu Behinderungen. Nachdem vom Schkeuditzer Rathaus Dachziegel herunterfielen, musste die landwärtige Haltestelle gesperrt werden. Am Mittwochnachmittag riss der Sturm im Peterssteinweg eine provisorische Ampelanlage um. Die Linien 10, 11 und 28 wurden über die Arthur-Hoffmann-Straße umgeleitet. Auch in der Antonienstraße ging kurzzeitig nichts mehr, nachdem sich die Dachpappe eines Hauses zwischen Gießerstraße und Antonienbrücke löste und auf die Straße fiel. Am Abend drohte dann auch noch eine Giebelwand in der Lützner Straße unmittelbar am S-Bahn-Haltepunkt einzustürzen. Zwischen 17.50 Uhr und 18.30 Uhr musste die Straße in beiden Richtungen für Straßenbahn- und Autoverkehr gesperrt werden, was zu riesigen Staus führte.

08.03.98

Wieder zwei neue NGT8

Inzwischen sind nun auch die Triebwagen 1150 und 1151 in Leipzig eingetroffen und im Linienverkehr unterwegs. Sie haben (höchstwahrscheinlich) die Namen "Luppe" bzw. "Pleiße". Damit nähert sich die dritte und vorerst letzte Lieferserie von NGT8 dem Ende. Bis April werden noch die Wagen 1152 bis 1155 in Leipzig erwartet; dann besitzen die Verkehrsbetriebe 56 dieser Niederflurgelenktriebwagen.

Die Namen der NGT8

07.03.98

 
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