PDS erarbeitet Konzept für Regional-Straßenbahn
Die Stadtratsfraktion der PDS hat am 26. März auf einem Forum im Kulturraum des
Straßenbahnhofs Wittenberger Straße neben dem Entwurf des Nahverkehrsplanes auch
die Ergebnisse einer Studie über Alternativen zum umstrittenen S-Bahn-Tunnel vorgestellt.
Die Vertreter der Partei machten klar, dass die PDS aufgrund der hohen Bau- und Betriebskosten
(Baukosten: 850 Mio. Mark) gegen das Tunnel-Projekt ist.
Deshalb hat sie ein Alternativkonzept entwerfen lassen, nach dem in Leipzig ein
Regional-Straßenbahnsystem nach Karlsruher Vorbild entwickelt werden soll. Für
den Übergang vom LVB- ins DB-Netz wurden drei Verknüpfungspunkte
vorgeschlagen: Bayerischer Bahnhof, Hauptbahnhof (Ost und West) sowie Bahnhof Plagwitz.
So soll ein fließender Übergang zwischen Straßenbahn und Regionalbahn
entstehen.
Um das Spurweitenproblem zu lösen (Straßenbahnspurweite ist 2,3 cm größer
als Regelspur), wurden folgende Lösungsansätze erarbeitet:
- Vierschienengleis
- Spurwechselradsätze
Die Radsätze werden auf der Achse verschoben
Nachteil: Das Verfahren ist kompliziert und störungsanfällig; Mehrgewicht
- Ausnutzung der Möglichkeit, dass DB-Gleise eine Spurweite von bis zu
1465 mm (normal: 1435 mm) haben dürfen. Die DB-Gleise müssten verbreitert und zu
Rillenschienengleisen umgebaut werden. Die Fahrzeuge zentrieren sich dann auf dem Gleis.
Das sind alles Überlegungen. Mit der konkreten technischen Umsetzung müsse man sich
noch genauer beschäftigen.
Als Vorteil der Regional-Straßenbahn wurde genannt, dass man sich hier nicht wie beim Tunnel
auf eine einzige Strecke beschränke, sondern das dichte Leipziger Straßenbahnnetz flexibel
ausnutze. Nach Möglichkeit will man langfristig alle elektrifizierten Strecken in das Projekt mit
einbeziehen.
Auf dem Forum wurde aber auch auf den Nahverkehrsplan eingegangen. Viele Knautkleeberger
protestierten gegen die geplante Stilllegung des Abschnitts Großzschocher - Knautkleeberg.
Die PDS bekundete, dass sie auch gegen diese Maßnahme sei und machte darauf aufmerksam,
dass der Nahverkehrsplan noch nicht vom Stadtrat beschlossen wurde und somit noch geändert werden
kann.
Der zuständige Amtsleiter Walter Stein sagte, dass man über drei verschiedene Lösungen nachdenkt:
die Umstellung auf Busbetrieb, Ausbau der Straßenbahn in Richtung Hartmannsdorf oder
auch eine Art Karlsruher Modell.
Der letzte Vorschlag ist allerdings nicht im Nahverkehrsplan enthalten.
Überhaupt steht im Entwurf des Nahverkehrsplanes nichts über eine Verschmelzung von
Straßenbahn und Regionalbahn.
So ist in diesem Papier für die S-Bahn nur die Tunnelvariante berücksichtigt worden, weil die Grünen und
die PDS ihre oberirdischen Alternativen erst später vorgestellt haben.
Die Gäste Walter Stein und Holger Flache hörten an diesem Abend zum ersten Mal von der Studie der
PDS zur Regionalstadtbahn. Stein wollte sich deshalb nicht dazu äußern.
Holger Flache von den Leipziger Verkehrsbetrieben sagte, dass sich die LVB mit ähnlichen Dingen befassen.
Man halte das Spurweitenproblem für lösbar.
Kurz- und mittelfristig liege der Schwerpunkt aber auf der Modernisierung des vorhandenen Straßenbahnnetzes.
So sollen als nächstes die Linien 15 und 11 nach Stadtbahnparametern ausgebaut werden. Im
Flächennutzungsplan wurden aber langfristige Ausdehnungen nach Lindenthal, Liebertwolkwitz,
Wachau und Portitz berücksichtigt.
Auf spezielle Punkte des Nahverkehrsplanes werden wir später an dieser Stelle eingehen.
Die Grünen stellen Alternative zum S-Bahn-Tunnel vor
Stadtverwaltung stellt Nahverkehrsplan vor
Eure Meinung zum Thema
Wir beantworten gerne eure Fragen.
29.03.98
So kommen Sie zur Buchmesse
Die Leipziger Buchmesse findet vom 26. bis 29. März erstmalig auf dem neuen Messegelände statt.
Die Linien 16 und 21 fahren Sie innerhalb von ca. 18 Minuten auf einer modern ausgebauten Strecke direkt dorthin.
Die Leipziger Verkehrsbetriebe werden die Anzahl der Bahnen bei Bedarf so stark erhöhen, dass mindestens
alle fünf Minuten eine Bahn zur Neuen Messe fährt. Am besten steigen Sie direkt am Hauptbahnhofsvorplatz Gleis 1
in eine Bahn, die "Neue Messe" oder auch "Messegelände" beschildert hat.
Wir empfehlen Ihnen, sich noch vor Fahrtantritt eine Messe-Eintrittskarte am Messeschalter im Hauptbahnhof
oder am LVB-Verkaufshäuschen direkt an der Haltestelle zu besorgen. Diese Karte berechtigt zur kostenlosen Hin- und Rückfahrt
auf allen Linien der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) und einigen anderen Verkehrsunternehmen.
(Sollten Sie das nicht geschafft haben, kaufen Sie sich am Automat einen Fahrschein
"1 Stunde Teilnetz" für 2,20 DM. Ihre Messe-Eintrittskarte berechtigt Sie dann immer noch
zur kostenlosen Rückfahrt.)
Sie können übrigens auch mit dem Messeshuttle der Deutschen Bahn AG zur Messe fahren, das vom
Gleis 13 im Hauptbahnhof startet. Die Fahrtdauer beträgt hier nur etwa 7 Minuten. Allerdings fährt dieses
Shuttle nicht ganz so oft wie die Straßenbahn, und Sie müssen noch einen Fußweg von etwa 5 bis 10 Minuten
bis zum Messegelände zurücklegen.
27.03.98
Straßenbahn ist pünktlicher geworden
Die Komission zur Beschleunigung des öffentlichen Personennahverkehrs hat am 19.03. die Ergebnisse
ihrer bisherigen Arbeit vorgestellt. Am wirksamsten war demnach die Separierung der Straßenbahngleise wie z.B. auf der
Linie 16, wodurch die Bimmel jetzt fast unabhängig vom Autoverkehr fahren kann. Wahre Wunder wirkte auch
die neuartige Fahrstreifensignalisierung an der Lützner Straße Ecke Brünner Straße, wo eine von vier Fahrspuren
je nach Tageszeit und Verkehrsaufkommen für die eine oder für die andere Richtung freigegeben wird. Während noch vor
über einem Jahr die Straßenbahn von der Haltestelle Radiusstraße zur Grünauer Allee mitunter 15 Minuten brauchte,
schafft sie die Strecke heute ohne Stau in zwei Minuten. An der eigentlichen Kreuzung - wie auch an vielen anderen Knotenpunkten in der
Messestadt - erhält die Straßenbahn sofort freie Fahrt.
Noch nicht zufriedenstellend rollt (oder steht) der Verkehr in der Friedrich-Ebert-Straße und der Eisenbahnstraße. Die
künftige Nordtangende durch Schönefeld soll aber den Durchgangsverkehr durch die Eisenbahnstraße reduzieren, so
dass auch dort die Bahnen wieder zügiger vorankommen.
Die Kommission zur Beschleunigung des ÖPNV wurde vor sieben Jahren per Verfügung des damaligen Oberbürgermeisters
ins Leben gerufen. Ihr gehören Vertreter der Leipziger Verkehrsbetriebe, der Polizei und städtischer Ämter an.
(LVZ) 22.03.98
Schon mehrere Tatra-Wagen in neuer Farbgebung
Nachdem die Leipziger Verkehrbetriebe (LVB) begonnen haben, ihren Wagen ein einheitliches
Farbdesign zu verpassen, sind nun die ersten Wagen fertiggestellt. Neben dem Wagen 2049
(wir berichteten) haben nun auch die Triebwagen 2050 und 2051 einen blau-gelben
Anstrich. Diese drei Wagen sind alle modernisiert und besitzen Chopper-Steuerungen. Aber auch ein
erster Beiwagen (721) ist fertig. Er wurde allerdings nicht modernisiert.
Die LVB wollen in diesem Jahr insgesamt 18 Triebwagen und 10 Beiwagen im Rahmen ihrer
Hauptuntersuchung (HU) ein neues Aussehen verpassen. Die ersten Fahrzeuge sollen ab der
nächsten Woche auf den Linien 3 und 4 eingesetzt werden.
21.02.98: Erster T4D-M in neuer Farbgebung
09.11.97: Straßenbahn-Design wird vereinheitlicht
14.03.98 (Wagennummern ohne Gewähr)
Sturm verursachte schwere Schäden
Am Mittwoch, 04.03., und Donnerstag, 05.03., fegte das Sturmtief "Elvira" über Leipzig hinweg
und verursachte zahlreiche Schäden. So wurden mehrere Dächer abgedeckt und Bäume entwurzelt.
Einige Menschen wurden sogar verletzt. Auch für den Straßenbahnverkehr kam es zu Behinderungen.
Nachdem vom Schkeuditzer Rathaus Dachziegel herunterfielen, musste die landwärtige Haltestelle gesperrt werden.
Am Mittwochnachmittag riss der Sturm im Peterssteinweg eine provisorische Ampelanlage um. Die Linien 10, 11 und
28 wurden über die Arthur-Hoffmann-Straße umgeleitet. Auch in der Antonienstraße ging kurzzeitig
nichts mehr, nachdem sich die Dachpappe eines Hauses zwischen Gießerstraße und Antonienbrücke löste und
auf die Straße fiel. Am Abend drohte dann auch noch eine Giebelwand in der Lützner Straße unmittelbar am
S-Bahn-Haltepunkt einzustürzen. Zwischen 17.50 Uhr und 18.30 Uhr musste die Straße in beiden Richtungen für
Straßenbahn- und Autoverkehr gesperrt werden, was zu riesigen Staus führte.
08.03.98