Stadtverwaltung stellt Nahverkehrsplan vor
Die Stadtverwaltung hat am 26. Februar den Nahverkehrsplan für Leipzig vorgestellt, der
im Herbst den Stadtrat passieren soll. Das Papier legt unter anderem Richtlinien fest, wie sich das Nahverkehrsnetz
in den nächsten Jahren entwickeln soll. Der Nahverkehrsplan betrachtet die einzelnen Strecken
und stellt fest, was noch genauer geprüft werden muss. Während für einige
Strecken der Ausbau empfohlen wird, sind auch Strecken enthalten, für die eine
Umstellung auf Busbetrieb untersucht werden sollen. An einigen Trassen soll auch geprüft
werden, ob sich ein Neubau lohnt.
Der Planungshorizont 1 bezieht sich dabei auf die nächsten fünf Jahre und hält
konkrete Bauvorhaben fest, während der Planungshorizont 2 die langfristige Entwicklung
bestimmt. Der Nahverkehrsplan wird noch vor Ablauf der fünf Jahre fortgeschrieben.
Ausbaustrecken (besonderer Bahnkörper, Hochbahnsteige, Bevorrechtigung, ...)
- gesamter Ring
- Strecke bis Miltitz / Grünau-Nord
- Strecke bis Lausen
- Strecke bis Sommerfeld (sowohl Linie 3 als auch Linie 6)
- Strecke bis Meusdorf
- Strecke bis Lößnig (über Neue Zwickauer Str.)
- Strecke bis Neue Messe
- Strecke bis Dölitz
- Strecke bis Wahren
- Abschnitt G.-Schumann-Str. - Gohlis, Landsberger Str.
Untersuchungsstrecke, Neubau
- Schleußiger Weg, K.-Eisner-Str., Semmelweisstraße
- Verlängerung Stötteritz Kolmsiedlung
- Löbauer Str. / Gewerbepark Nordost
- Mockauer Str. / Tauchaer Str. (wie Buslinie 80)
Untersuchungsstrecke, Umstellung auf Busbetrieb
- Arthur-Hoffmann-Str., Arno-Nitzsche-Straße (Linie 5, 16 / 5 Haltestellen / bis 2002)
- Großzschocher - Knautkleeberg (Linie 4 / 4 Haltestellen / bis 2002)
- Klinger-Brücke - Plagwitz (Linie 2 / 5 Haltestellen)
- August-Bebel-Straße (Linie 24 / 3 Haltestellen)
- Connewitz/Kreuz - Markkleeberg-West (Linie 28 / 8 Haltestellen)
- Dölitz - Markkleeberg-Ost (Linie 11 / 2 Haltestellen)
Außerdem wird ein neues Finanzierungskonzept für die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB)
vorgeschlagen. So sollen die LVB nur noch 130 Millionen Mark als Sockelbetrag sicher ausgezahlt bekommen.
Der Rest wird durch die Anzahl der beförderten Fahrgäste bestimmt. Dadurch soll das Unternehmen
dazu angespornt werden, sich selbst um mehr Fahrgäste bemühen. Man hofft, dass dadurch vor allem
der Service gesteigert und die Kundenfreundlichkeit verbessert wird. Der Sockelbetrag reicht nämlich
nicht einmal aus, um alle Arbeitsplätze zu sichern. Vielleicht können so auch neue Arbeitsplätze geschaffen
und sogar Prämien an die Mitarbeiter gezahlt werden.
Desweiteren enthält der Nahverkehrsplan die Mindestbedienungsstandards für die verschiedenen
Strecken, die die LVB einhalten müssen. Außerdem empfielt die Verwaltung den Bau des
S-Bahn-Tunnels zwischen Hauptbahnhof und Bayerischen Bahnhof (wir berichteten weiter unten). Durch
ihn würden rund 30.000 zusätzliche Fahrgäste die S-Bahn nutzen. Der Nutzen der sogenannten
Wolfswinkelkurve im Süden des Leipziger Auenwaldes wird aufgrund der beträchtlichen
Aufwendungen angezweifelt.
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21.02.98: Diskussion über Nahverkehrsplan und S-Bahn-Tunnel
28.02..98
CDU will Autoverkehr beschleunigen
Die CDU-Fraktion hat in der vergangenen Woche mehrere Anträge in den Stadtrat eingebracht,
die den motorisierten Individualverkehr fördern sollen. Die Fraktion ist der Meinung, dass
die Stadtverwaltung ihre Mittel, den Verkehr flüssiger zu machen, nicht voll ausgeschöpft habe.
Als Stichworte wurden schlechte Straßen, unzweckmäße Markierungen, gefährliche
Kreuzungen und schlecht abgestimmte Ampeln genannt. In den Katalog sind Erfahrungen von Taxifahrern
eingeflossen, die im letzten Jahr von der CDU befragt worden waren.
Die Verwaltung soll nun unter anderem einen Maßnahmenkatalog erarbeiten, um den Verkehr besser
fließen zu lassen. So sollen Straßen saniert und eventuell Fahrbahneinengungen beseitigt werden.
Außerdem will man eine "Grüne Welle" für Autofahrer einrichten lassen,
für die an manchen Stellen das absolute Vorrecht der Straßenbahn wieder abgeschafft werden müsste.
Desweiteren wurden mehrere Vorschläge für Straßenausbauten (Mittlerer Ring und Tangentenviereck)
sowie für die Einrichtung provisorischer Taxi-Halteplätze an den Seitenausgängen des
Hauptbahnhofs eingebracht.
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28.02.98
Die Grünen stellen Alternative zum S-Bahn-Tunnel vor
In Leipzig wird seit mehreren Jahren darüber nachgedacht, die beiden Kopfbahnhöfe
Hauptbahnhof und Bayerischer Bahnhof miteinander zu verbinden. Bisher wurde dabei nur die
Tunnellösung in Betracht gezogen. Der Tunnel soll unter der City, entlang dem Markt, Petersstraße,
Wilhelm-Leuschner-Platz bis zum Bayerischen Bahnhof verlaufen. Die unterirdischen Bahnhöfe
sind der Hauptbahnhof, Markt, Wilhelm-Leuschner-Platz und Bayerischer Bahnhof. Für die letzten beiden
liegen die Ergebnisse des Architekturwettbewerbs schon vor. Der gesamte Bau soll zwischen 850 und 900 Millionen
Mark kosten. Da die Stadt solche Summen nicht ausgeben kann, ist die Realisierung des Projekts nur möglich,
wenn Bund und Land mindestens 90 Prozent der Kosten übernehmen.
Einige Fraktionen, allen voran die PDS und die Grünen, zweifeln daran, dass Bund und Land die nötigen
Millionen zur Verfügung stellen können. Deshalb haben die Grünen in der vergangenen Woche eine
wesentlich kostengünstigere Alternative vorgestellt. Demnach soll die S-Bahn oberirdisch durch die Stadt fahren.
Zur Zeit favorisiert man dabei folgende Streckenführung: Die Bahn schwenkt westlich des Hauptbahnhofs aus
den DB-Gleisen aus, bedient die Haltestelle Hauptbahnhof / Westseite, überquert den Ring und biegt dann
in die Richard-Wagner-Straße ein. Anschließend biegt sie rechts in die Goethestraße, wo sie auf
gemeinsamen Gleisen mit der Straßenbahn fährt. Dann geht's aber geradeaus weiter, zwischen Gewandhaus
und Universitätshochhaus hindurch zur Haltestelle Roßplatz. Entlang der Grünewaldstraße und der
Windmühlenstraße fährt die Bahn zusammen mit der Straßenbahn
zur Haltestelle Bayrischer Platz, die viergleisig ausgebaut werden soll, so
dass auf den inneren Gleisen die Straßenbahn und auf den äußeren Gleisen die S-Bahn hält.
Nach dem Verlassen der Haltestelle geht's durch den Portikus des Bayerischen Bahnhofs (Foto) wieder auf die DB-Gleise
Kennern des Leipziger Straßenbahnnetzes wird auffallen, dass die S-Bahn und die Straßenbahn völlig
verschiedene Spurweiten und Stromsysteme haben. Deshalb ist geplant, auf den Strecken, wo die S-Bahn das Gleis der
Straßenbahn benutzt, ein Vierschienengleis zu verlegen. Damit beide Stromsysteme genutzt werden können, sollen
Zweisystemfahrzeuge zum Einsatz kommen. Viele Leipziger assoziieren mit dem Wort "S-Bahn" eine schwere 143er E-Lok mit
Doppelstockwagen. Auf dieser Strecke sollen aber ganz andere Fahrzeuge, ähnlich den Niederflurwagen der LVB oder
der Saarbahn (Foto) zum Einsatz kommen. Die Strecke soll mit Ampeln gesichert werden. Die Fahrtdauer wird etwa 8 Minuten
betragen, beim Tunnel rechnet man mit etwa 6 Minuten. Der Begriff "S-Bahn" ist eigentlich falsch gewählt. Es handelt sich
vielmehr um eine Art Regionalstadtbahn. Diese Wagen sollen nämlich beispielsweise bis Delitzsch, Altenburg oder Halle
fahren und somit die Region besser an Leipzig anbinden. Diese Variante kostet zirka 200 Millionen Mark.
In Leipzig wird zur Zeit heftig über Sinn und Unsinn des Vorschlages diskutiert. Außerdem gibt es auch einige,
die der Meinung sind, dass die Verbindung überhaupt nicht nötig ist. Der Ausgang der Oberbürgemeisterwahl
im April wird weichenstellend sein. Wahrer Befürworter des Tunnels ist derzeit nur Wolfgang Tiefensee (SPD).
Ergänzung 11.07.98: Wolfgang Tiefensee ist neuer OBM von Leipzig. Vom Vorschlag der Grünen
wird in der Verwaltung nicht gesprochen. Auch im Entwurf des Nahverkehrsplanes ist er ignoriert worden
Foto: © PUNCTUM / Bertram Kober
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21.02.98
Baustellen 1998
Die LVB haben auch zu Beginn dieses Jahres wieder ihre geplanten Bauvorhaben veröffentlicht. So ist zum Beispiel
die Breite Straße noch bis April eine Baustelle (wir berichteten mehrfach). Dort werden zur Zeit die Gleise verlegt.
Auch am Südabschnitt der Stadtbahntrasse ("Neue Zwickauer Straße") wird fleißig weitergebaut.
Der Großteil der Arbeiten wird den normalen Linienverkehr nicht beeinflussen. Allerdings kommt es dort noch im Februar zu
vier nächtlichen Sperrungen. Im Mai soll dann
die Kreuzung Richard-Lehmann-Str./Zwickauer Straße und Ende Juli der Bereich Zwickauer/Arno-Nitzsche-Straße
für die Straßenbahn voll gesperrt werden.
Baumaßnahme Neue Zwickauer Straße
06.10.97: Straßenbahntrasse in der Breite Straße wird erneuert
Im II. Quartal beginnt dann die Umgestaltung der Kreuzung Rosa-Luxemburg- / Kohlgartenstraße. Diese hängt
mit dem Neubau der Bundesstraße B2 zusammen. Vom 9. bis 16. April wird dieser Abschnitt für die Straßenbahnen
der Linien 3, 8, 13, 17, 31, 37 und 57 gesperrt. Mit Chaos ist zu rechnen. Damit's nicht ganz so schlimm wird, soll ein Umleitungsfahrplan
erstellt werden.
Außerdem gibt es im III. Quartal noch zwei Generalreparaturen, die mit den Beschleunigungsmaßnahmen einhergehen.
So wird in der Friedrich-Ebert-Straße zwischen Käthe-Kollwitz-Straße und Jahnallee sowie in der
Zschocherschen Straße zwischen Karl-Heine-Straße und Lauchstädter Straße gebaut.
Auch auf den Trassen nach Grünau wird gebaut. Im März betrifft es die Kreuzung Odermannstraße/Demmeringstraße
sowie die Kuhturmstraße. Über die Sommerferien sind die Antonienbrücke und die Kurve Diezmannstraße dran.
Im Oktober wird in der Lützner Straße (Bereiche GutsMuthsStraße, Henriettenstraße, Radiusstraße)
gebaut.
Außerdem sind folgende Baumaßnahmen geplant:
Papiermühlstraße (März); K.-Liebknecht-Str./Hohe Str. (März / April); Endstelle Markkleeberg-Ost;
Bornaische Straße; Markkleeberg-West / Ring; Wurzner Straße; Menckestraße; Koburger Straße; Dresdner Straße;
Käthe-Kollwitz-/Gottschedstraße; Dufourstraße (September); Holzhäuser/Arnoldstraße (Oktober);
Gohliser Straße (Mai); Kieler Straße (November)
Über den genauen Ablauf werden wir zur gegebenen Zeit auf der Baustellen-Seite berichten.
21.02.98
T4D-M jetzt auch mit Teilpop-Werbung
In Leipzig gibt es nun auch die ersten modernisierten Tatra-Triebwagen mit Teilpop-Werbung.
So werben jetzt die Triebwagen 2130 und 2132 unterhalb ihrer Bauchbinde knallrot
für die Buchmesse, die vom 26. bis zum 29. März erstmalig auf dem neuen Messegelände
stattfindet. Zusätzlich zur bunten Reklame wollen auch noch Animateure die Fahrgäste mit
einem künstlerischen Programm überraschen.
So freizügig wie in letzter Zeit gingen die LVB nicht immer mit ihren Wagen um. Erstmals wurden Anfang 1996
die zwei Beiwagen B4D 651 und 657 mit Teilpopwerbung versehen. Sie warben damals recht auffällig
für Freiberger Pils. Nach und nach gab es immer mehr solcher Beiwagen, bis Ende 1996 der
"Handballwagen" T4D-M2C 2099 der erste Wagen mit Vollpoplackierung war.
Später gab es dann noch den Kirchentagsbeiwagen 575, und im Juli 1997 war der B4D 684 der erste Wagen,
der mit Vollpoplackierung für eine Firma warb. Im September kamen dann noch der T4D 1936 und der B4D 641
hinzu, die in dunkelgrüner Lackierung auf eine Sanitärfirma aufmerksam machen. Seit einigen Tagen gibt
es nun auch noch drei knallrote T4D (Tw 1847, Tw 1851, Tw 1852), die für den bargeldlosen Fahrscheinkauf werben.
Wahrscheinlich wollen die LVB die bis jetzt noch recht unterschiedliche Lackierung der Wagen noch schnell als
Werbeflächen nutzen, bis alle Wagen ein einheitliches Farbdesign bekommen.
09.11.97: Straßenbahndesign wird vereinheitlicht
02.11.97: Grüner B4D hat jetzt seine Werbung
01.02.98 (ergänzt: 08.02.98)